Mittwoch, 18. September 2019

Paketverkauf US-Fonds macht mit VW-Aktien Kasse

Gebremster Vorwärtsdrang: 1-Liter-Auto von VW

Die Volkswagen-Aktie setzt ihren Kursrutsch fort. Nach einem vorsichtigen Ausblick des Konzerns kommt ein Aktienpaket im Wert von fast einer Milliarde Euro auf den Markt. Dank des vorigen Höhenflugs der Papiere dürfte der Verkäufer aber immer noch gut verdient haben.

Frankfurt am Main - Ein US-Fonds hat sich von VW-Aktien im Wert von fast einer Milliarde Euro getrennt. Über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren seien 5,78 Millionen Vorzugsaktien des Wolfsburger Autobauers zu einem Preis von 158 Euro je Titel platziert worden, teilte die Deutsche Bank am Freitag mit. Damit hat das Paket einen Wert von rund 914 Millionen Euro.

Die Papiere wurden im Auftrag des VW-Aktionärs Waddell & Reed Investment Management veräußert. Nach Reuters-Daten verfügt der Großaktionär nun noch über 1,07 Millionen VW-Vorzugsaktien. Das platzierte Paket entspricht nach Reuters-Daten rund 3,4 Prozent der im Streubesitz zirkulierenden Vorzugsaktien. Waddell & Reed präsentiert sich als Vermögensverwalter und tritt nicht als aktiver Aktionär in Erscheinung.

Die Vorzugsaktien Börsen-Chart zeigen gaben um 3 Prozent nach und waren damit größter Verlierer im Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen. Bereits am Vortag war die VW-Aktie mit einem Kursminus von über 3 Prozent dem Gesamtmarkt mit Abstand hinterhergefahren. In den vergangenen rund drei Wochen hat die bis dahin auf über 180 Euro haussierende Aktie fast 12 Prozent eingebüßt.

Grund war, dass der Vorstand die weitere Geschäftsentwicklung angesichts der Absatzkrise in Europa vorsichtig einschätzt. Umsatz und Auslieferungen des Zwölf-Marken-Konzerns sollen zwar weiter zulegen, beim operativen Gewinn erwartet das Management aber ein weiteres Jahr Stagnation. Vor allem Aussagen von Konzernchef Martin Winterkorn auf der Bilanzpressekonferenz über Gegenwind im Europageschäft ließen Börsianer aufhorchen.

Auch die Konzerntochter Porsche Börsen-Chart zeigen schlägt vorsichtigere Töne an. Trotz Rekordabsatzes und Bestmarken bei Umsatz und Ergebnis sank die operative Rendite 2012 um gut einen Prozentpunkt auf 17,6 Prozent, wie der Sportwagenbauer am Freitag in Stuttgart mitteilte. Die schwächere Ertragskraft mache deutlich, dass sich auch Porsche von der schleppenden Konjunktur und der Euro-Krise "nicht völlig abkoppeln" könne, sagte Firmenchef Matthias Müller.

Die im Dax notierten Vorzugsaktien von Volkswagen haben keine Stimmrechte und sind daher ohne Einfluss auf die Macht im Konzern, die zwischen den Großaktionären Familie Porsche/Piëch, Land Niedersachsen und Emirat Katar aufgeteilt ist. Auch der Kurs der Stammaktien Börsen-Chart zeigen gab am Freitag nach.

ak/rtr/dpa-afx

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