Donnerstag, 20. Juni 2019

Londoner Fixing im Fokus US-Aufsicht prüft Goldpreis-Manipulation

Goldbarren: Einem Bericht zufolge gehen US-Finanzmarktaufseher dem Verdacht auf Preismanipulation nach

Den Verdacht gibt es schon lange, doch der Skandal um manipulierte Libor-Zinssätze hat die USA wachgerüttelt: US-Finanzmarktaufseher prüfen, ob Banken den Goldpreis manipuliert haben. Im Fokus steht dabei das Londoner Goldfixing - der größte Goldmarkt der Welt.

New York - US-Finanzmarktaufseher prüfen laut einem Zeitungsbericht, ob Banken den größten Goldmarkt der Welt manipuliert haben. Das berichtet das "Wall Street Journal" mit Bezug auf Insider. Im Fokus soll das Londoner Goldfixing stehen. Zweimal täglich wird der Preis pro Unze (etwa 31 Gramm) des gelben Edelmetalls dort durch eine Handvoll großer Banken festgesetzt.

Da es sich um einen Kurs für physisches Gold ("Spotpreis") handelt und nicht um die an den Finanzmärkten in großem Stil gehandelten Futures, sind die Erträge von Minenbetreibern, Raffinerien und der Schmuckindustrie betroffen. Allerdings sind auch viele Finanzprodukte an diesen Wert gekoppelt.

Dem Bericht nach wollen die Aufseher der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) genau prüfen, ob die Preise am Goldmarkt - und am kleineren Silbermarkt - in einem transparenten Prozess entstehen. Eine formale Untersuchung sei jedoch noch nicht eingeleitet worden.

Mögliche Manipulationen beim Londoner Goldfixing sind unter Händlern und Anlegern schon lange ein Thema. Die CFTC wurde nun aber offenbar vor allem durch den Libor-Skandal aufgeschreckt, bei dem führende Banken gemeinsam Geldmarktsätze manipuliert haben sollen. Drei große Geldhäuser haben bereits Strafen in Höhe von insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar akzeptiert. Gegen mehr als ein Dutzend Institute wird noch ermittelt.

wed/dpa-afx

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