Neuer Markt Autos und Reisen als "Dankeschön"?

An der Börse für Wachstumswerte wird einem Pressebericht zufolge bestochen. Makler sollen sich mit großzügigen Geschenken die lukrative Skontroführung sichern.

Frankfurt am Main - Vorstandsmitglieder von Börsenkandidaten sollen von Kursmaklern mit Autos und Reisen beschenkt worden sein, wenn sie die Skontroführung an die betreffenden Börsenhändler vergaben. Dies berichtet das "Handelsblatt".

Dem Bericht zufolge sollen in einigen Fällen auch Mitarbeiter von Konsortialbanken in die Geschäfte verwickelt sein.

Mit der Skontroführung werden Millionen verdient

Unter Skontro versteht man ein Hilfsbuch eines Kursmaklers zur Kursfeststellung. Bei der Skontroführung sammelt der Makler die Kauf- und Verkaufsaufträge und errechnet daraus den Kurs. Für ihre Dienste kassieren die Makler eine Gebühr.

Ein Auftrag zur Führung eines Skontrobuches kann für einen Makler ein Millionengeschäft bedeuten. Bislang wählt der Emittent den Skontroführer, die Börse akzeptiert die Beauftragung in der Regel ohne Nachfragen.

Die Börse will das Regelwerk ändern

Die Handelsüberwachungsstelle der Deutschen Börse will den angeblichen Mauscheleien am Neuen Markt nun Einhalt gebieten. Sie sieht darin laut "Handelsblatt" ein generelles Problem.

Es sei geplant, den Emittenten und den Konsortialbanken das Recht auf die Wahl des Maklers zu entziehen. Derzeit kämpfen am Neuen Markt etwa 15 Parketthändler bei Neuemissionen um die Skontroführung.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.