DEAG Gründet mit Ex-McCartney-Manager eine Künstleragentur

Die Entertainment-Firma hat mit dem britischen Musikmanager Richard Ogden eine Künstler-Management-Agentur mit Sitz in London gegründet.

Berlin - Wie die am Frankfurter Neuen Markt notierte Deutsche Entertainment AG mitteilt, wird Odgen das Unternehmen leiten. Er war den Angaben zufolge von 1987 bis 1993 der weltweite Manager des Ex-Beatles Paul McCartney. Zuletzt war Odgen Vice-President von Sony Music Europa, wo er seit 1993 für den Vertrieb und Promotion in ganz Europa geleitet hatte.

Die Richard Ogden Management Ltd soll sich auf Kontinental-Europa konzentrieren. Dort werden nach Einschätzung der DEAG Unternehmens mehr und mehr englisch- und spanischsprachige Künstler ihren internationalen Durchbruch schaffen. Um diese bei ihrer Karriere zu unterstützen, solle ein europäischen Netz von Agenturen geschaffen werden.

Schwenkow ist auf ehrgeizigem Expansionskurs

Die Unternehmensgründung ist ein weiteres Element einer ehrgeizigen Expansionsstrategie von DEAG-Chef Peter Schwenkow. Er hatte erst Ende Juli angekündigt, mit der TV-Produktionsfirma MME (Me, Myself & Eye) einen Internet-Kanal für Live-Musik zu gründen. Unter der Adresse www.shownet.de sollen unter anderem CDs und Tickets angeboten werden.

Im Ticketverkauf will Schwenkow auch mit Hilfe einer Kooperation mit dem Axel Springer Verlag und der Lufthansa-Tochter Start Amadeus zulegen. Die Unternehmen gründen ein Joint Venture, das auf Basis der Start Ticket GmbH die gesamte Wertschöpfungskette vom Ticket-Verkauf bis zur Veranstaltung abzudecken soll.

In der Schweiz hat sich die DEAG überdies zu jeweils 90 Prozent an der führenden Konzertagentur Good News Productions beteiligt; über einen Einstieg bei der Oberhausener Musicalstätte Theatro Centro ("Tabaluga und Lilli") denkt Schwenkow derzeit noch nach. Ende Februar hatte der umtriebige Entertainment-Manager sechs Produktionen der zahlungsunfähig gewordenen Stuttgarter Musical-Gesellschaft Stella AG übernommen.

Aktionäre bleiben cool

Die DEAG-Aktionäre sind somit schon Überraschungen gewohnt - und haben sich vom neuesten Coup des Unternehmensmanagers mit Richard Ogden nicht sonderlich beeindrucken lassen. Die Aktie gab bis zum Freitag-Vormittag (11.06 Uhr) um ein Prozent auf 27,5 Euro nach.

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