Zahlung mit EC-Karte Banken planen Nutzungsgebühr

Die deutschen Bankenverbände wollen für jedes Geschäft, das über das EC-Lastschriftverfahren abgewickelt wird, eine Gebühr von bis zu 45 Pfennig erheben. Der Handel erwartet Mehrkosten in dreistelliger Millionenhöhe.

Berlin - Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes HDE, Stefan Schneider, hält die Entscheidung für "einseitig und nur an den Interessen der Banken und Sparkassen orientiert". Er will nun rechtliche Schritte prüfen, um die Banken am Abkassieren zu hindern.

Hintergrund des Streits zwischen Handel und Banken ist der unerwartete Erfolg des elektronischen Lastschriftverfahrens (ELV). Die Zahlung mit EC-Karte und Unterschrift ist die am häufigsten genutzte bargeldlose Zahlungsart, rund 12 Prozent aller Käufe im Einzelhandel werden so abgewickelt.

Das Lastschriftverfahren, bei dem der Kunde dem Händler per Unterschrift eine Einzugsermächtigung erteilt, wird dreimal so häufig genutzt wie EC-Cash, also das Bezahlen mit Karte und Geheimnummer. Auch Kreditkartenzahlungen haben nur einen Anteil von etwa vier Prozent der Transaktionen.

Zunächst war das ELV genutzt worden, um das elektronische Bezahlen an der Kasse im Handel zu verbreiten. Die Banken haben es dem Handel als kostenlose Dienstleistung angeboten. Dafür ist keine direkte Leitung zu einer Bank notwendig, wie sie das EC-Cash-Verfahren braucht.

Die Banken hatten sich erhofft, dass nach und nach alle Kassensysteme auf EC-Cash umgestellt würden. Dafür gibt der Händler schon heute 0,3 Prozent des Umsatzes, mindestens aber 15 Pfennig pro Transaktion an die Banken ab. Die meisten Händler sahen jedoch bisher keinen Grund, von dem kostenlosen ELV abzuweichen, zumal es von den Kunden sehr gut angenommen wurde.

Momentan stehen sich beide Fronten unversöhnlich gegenüber: Während die Banken das ELV loswerden wollen, weil ihren Kosten kein Ertrag gegenübersteht, sieht der Handel eine "Strafgebühr" auf sich zukommen, die letztlich an den Verbraucher weitergegeben würde. Schneider vom HDE erwartet eine "deutliche Verteuerung des Zahlungsverkehrs - und dabei geht es nicht um die berühmten 'Peanuts' ".

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