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iPhone, iPad, Mac: Wo Apple die Analysten enttäuschte

Foto: JUSTIN SULLIVAN/ AFP

Anlagestrategie Apple-Aktie - Zeit zum Einstieg?

Die Apple-Aktie ist weit von alten Höhenflügen entfernt, die Bewertung scheint günstig. Lohnt jetzt der Einstieg? Investoren sollten sich das gut überlegen. Es gibt beunruhigende Signale für das laufende Quartal.

Die Apple-Aktie gehört zu den großen Erfolgsgeschichten der vergangenen zehn Jahre. Aus einem mittelgroßen Computerhersteller am Ende des Technologiebooms im Jahr 2000 wurde zwischenzeitlich das wertvollste Unternehmen der Welt.

Von einem Kurs von etwa acht Dollar im Jahr 2000 ist die Aktie von Apple  bis auf 700 Dollar im Herbst 2012 gestiegen, pünktlich zum Erscheinen des iPhone 5. Seither fällt der Kurs kontinuierlich - derzeit notiert die Aktie knapp unter 450 Dollar. Innerhalb von 6 Monaten hat die Aktie rund ein Drittel ihres Wertes eingebüßt.

Da fragt sich mancher Apple-Aktionär, ob er die Aktie nachkaufen soll, da das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) mit einem Wert von 11 für den Gewinn 2012 recht günstig ist - berücksichtigt man die hohen Cash-Reserven von Apple, liegt das KGV sogar noch niedriger. Und mancher interessierte Anleger, der die exorbitante Kurssteigerung der vergangenen Jahre verpasst hat, fragt sich, ob dies vielleicht eine Einstiegsgelegenheit ist.

Apple wird jetzt nach unserer Meinung vom Gesetz der großen Zahl eingeholt. Im vergangenen Jahr wurden nach vorläufigen Berechnungen weltweit mehr als 500 Millionen Smartphones abgesetzt. Dieses Jahr könnte der Absatz nach Schätzungen aus der Branche erstmals eine Milliarde Geräte erreichen.

2013 könnten eine Milliarde Smartphones verkauft werden

Allein diese Zahlen zeigen, dass der Markt weitgehend gesättigt ist. Denn auf der Erde leben etwas über sieben Milliarden Menschen. Die gesamte Weltbevölkerung vom Baby bis zum Greis mit Smartphones zu versorgen, was unwahrscheinlich ist, würde also sieben Jahre dauern.

Wenn nur die Hälfte der Bevölkerung in den großen Industrieregionen wie USA, Europa, Japan und Korea in diesem Jahr ein neues Smartphone kaufte, wird der Absatz gerade gehalten. Die Hälfte der Bevölkerung in China und Indien machen gerade einen Jahresabsatz aus.

Damit ist klar, dass der Markt gesättigt ist. Denn die Geräte müssen nicht jährlich erneuert werden, sondern halten erfahrungsgemäß vier bis fünf Jahre. Um mehr Geräte zu verkaufen und sie damit zum Wegwerfartikel zu machen, müssten die Preise jedoch sinken. Dies wird dann auf die Gewinne der Hersteller drücken. Das bedeutet: Die Gewinne von Apple würden bei gleichem Absatz deutlich sinken, da der Gewinn des Unternehmens vor allem vom iPhone abhängig ist.

Erwartungen für erstes Quartal 2013 reduziert

Apple hat bereits die Gewinnerwartung reduziert. Im Schlussquartal 2012 wurden zwar die erwarteten 13,81 Dollar Gewinn pro Aktie erzielt, aber die Aktie fiel nach Bekanntgabe der Zahlen kräftig. Denn die Geschäftserwartungen für das erste Quartal 2013 wurden reduziert. Einige Zulieferer von Apple berichten über Rückgänge von 50 Prozent bei bestellten Teilen. Diese Kürzungen deuten auf nachlassende Umsätze und Erträge im ersten Quartal 2013 hin.

Um die Stagnation oder den Rückgang im Smartphonegeschäft aufzufangen, denkt Apple  auch über die Produktion von Fernsehgeräten nach. In diesem Geschäft sind die Margen sehr niedrig und die Kunden tauschen die Geräte durchschnittlich nur alle zehn Jahre aus.

Japanische Untenehmen haben in diesem Geschäft eine sehr starke Position und verdienen sehr wenig Geld damit. Diesen hilft jedoch der schwache Yen. Das Fernsehgeschäft, falls es jemals kommt, wird aus unserer Sicht kaum so lukrativ sein wie das Geschäft mit Smartphones und Tablets. Von Wachstum ist im Fernsehgeschäft ohnehin keine Rede mehr.

Trotz niedriger Bewertung und einer Dividendenrendite von 2,4 Prozent dürfte die Aktie aus unserer Sicht für längere Zeit zumindest totes Kapital sein. Eine baldige Rückkehr zu Kursen um 700 Dollar erwarten wir nicht. Käufe dürften sich kaum lohnen und zum Verkaufen ist immer noch genug Zeit. Anderswo gibt es grünere Wiesen.

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