UMTS-Auktion Debitel ist raus

Der Schlussspurt um die umkämpften Lizenzen ist mit dem Ausstieg von Debitel eingeläutet. Die Stuttgarter konnten nicht mehr mithalten und gaben auf. Die Summe der Gebote sprang zum Ende der zweiten Woche auf über 60 Milliarden Mark.

Stuttgart/Mainz - Wie Debitel mitteilte, will das Unternehmen nun mit massiven Investitionen in das Kundenwachstum bis zum Start von UMTS im Jahr 2003 überproportional wachsen und dann zusammen mit Partnern aus dem Kreis der Lizenzinhaber UMTS-Dienstleistungen anbieten. Debitel war zusammen mit seiner Mutter, dem Schweizer Telefonkonzern Swisscom, als Bieterkonsortium Debitel Multimedia GmbH an der Auktion beteiligt.

Der Rückzug sei "nach gründlicher wirtschaftlicher Kalkulation" erfolgt, hieß es in der Mitteilung weiter. Debitel habe mitgeboten, um beim UMTS-Netzzugang unabhängig zu sein. Diese Unabhängigkeit habe einen bestimmten wirtschaftlichen Wert. Stiegen die Kosten für den Lizenzerwerb darüber hinaus, werde einzig der schnelle Marktzugang zum entscheidenden Kriterium. Denn ohne genügend Kunden sei die Lizenz nutzlos und rechtfertige eine so hohe Investition nicht mehr.

Nach dem Ausscheiden von Debitel sind noch sechs Telekom-Unternehmen im Rennen um die begehrten Lizenzen. Die Höchstgebote stiegen zum Ende der zweiten Versteigerungswoche auf 63,05 Milliarden Mark.

Mobilcom-Chef Schmidt: "Sehr hohe Schmerzgrenze"

An der Börse reagierte die Mobilcom-Aktie mit einem Kursimpuls auf die Nachricht vom Debitel-Ausstieg. Das Papier legte am Freitag bis gegen 18.25 Uhr um 3,6 Prozent zu, nachdem sich der Kurs kurz vor der Meldung noch knapp im Minus bewegt hatte.

Mobilcom-Chef Gerhard Schmid betonte, sein Unternehmen, das in Mainz gemeinsam mit seinem Großaktionär France Télécom auftritt, werde sehr lange mitsteigern: "Unsere Schmerzgrenze ist relativ hoch, wahrscheinlich sehr viel höher als die der Wettbewerber."

Schmid verwies im ZDF-Morgenmagazin darauf, dass der deutsche Telekommunikationsmarkt mit 80 Millionen Einwohnern größer sei als der britische. Bei der britischen UMTS-Versteigerung waren für die Lizenzen rund 75 Milliarden Mark bezahlt worden.

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