Klage gegen Plattenfirmen EMI will sich wehren

Die Plattenfirma EMI hat eine Klage von 28 US-Bundesstaaten wegen unerlaubter Preisabsprachen bei CDs bestätigt. Sie will der Klage energisch widersprechen.

London - Die Klage betrifft daneben noch die Universal Music Group (Seagram Co Ltd, Montreal) Sony Music Entertainment (Sony Corp, Tokio), BMG Entertainment (Unternehmensgruppe Bertelsmann AG, Gütersloh) und die Warner Music Group (Time Warner Inc, New York). Den Firmen wird vorgeworfen, Musikhändler nur dann mit Werbegeldern zu unterstützen, wenn dies innerhalb bestimmter Preisvorgaben bleiben. Die "Financial Times Deutschland" hatte über die Klage berichet.

Man werde sich gegen die Klage energisch verteidigen, teilte der der Musikkonzern mit. EMI erklärte, sie halte die Politik, Musikhändler mit Werbegeldern zu unterstützen, wenn sie innerhalb bestimmter Preisvorgaben bleiben, für legal. Zudem habe dies dem Konzern keine finanziellen Vorteile gebracht.

Die Politik schließe die Händler von der Rückvergütung der Werbegelder aus, die ihre CDs unter den festgesetzten Preisen anbieten würden. Damit würden jedoch keineswegs restriktive Preise für die Händler festgelegt, zu denen sie die CDs verkaufen müssen, oder Händler bevorteilt, die sich an der Geschäftpolitik beteiligten. Weiter erklärte EMI, die Preise für CDs gewöhnlich um acht bis neun Prozent über den Großhandelspreisen festzusetzen.

Schaden für Verbraucher soll sich auf 480 Millionen Dollar belaufen

Laut "FTD" sind die Kläger der Meinung, dass die Konzerne mit ihrer Praxis der Werbegelder-Vergabe die Preise künstlich hochhalten und Händler benachteiligen, die sich nicht an dieser Geschäftpolitik beteiligen. "Wegen dieser Konspiration haben Millionen von Verbrauchern inflationäre Preise für CDs gezahlt", erklärte der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer.

Bereits im Juni hatte die US-Kartellbehörde FTC die Konzerne aufgefordert, diese Praxis zu beenden. Die Unternehmen teilten laut "FTD" mit, sie hätten keine finanziellen Vorteile durch diese Geschäftspolitik. Der Großhandelspreis sei der gleiche gewesen, unabhängig davon, ob die Händler Werbegelder erhalten hätten oder nicht. Der Staatsanwalt teilte ferner mit, dass die Bundesstaaten noch dabei sind, die genaue Höhe des Schadens zu berechnen. Sie seien schon auf mehrere Millionen Dollar gekommen. Die Kartellbehörde bezifferte den Schaden für die Verbraucher auf rund 480 Millionen Dollar.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.