George Soros Investmentfonds-Wundermann wird 70

Der Finanzmagier, den Malaysia als Urheber der Asienkrise ansah, wird am Samstag 70. Der gebürtige Ungar machte mit seinen Investmentfonds zahlreiche Anleger reicher und sich selbst zum Milliardär. Zuletzt verlor sein Ruf an Glanz.

New York - Der Quantum-Fonds und andere Soros-Fonds, die jahrzehntelang alle anderen großen Investmentfonds und die Wall-Street-Barometer mit dramatischen Wertzuwachsraten weit hinter sich gelassen hatten, stiegen in diesem und im letzten Jahr wegen einiger Fehlinvestitionen nicht mehr so stark wie gewohnt.

Der Mann, der an einer einzigen britischen Pfundkrise eine Milliarde Dollar verdient hatte, ist vorsichtiger geworden. Er hatte zwischenzeitlich während der Russlandkrise zwei Milliarden Dollar verloren.

Immer wieder wurde auch scharfe Kritik an Soros Finanzgebaren laut: In der vergangen Dekade wird ihm der Verfall mehrerer nationaler Währungen und die massive Schädigung ganzer Volkswirtschaften zugeschrieben.

1992 habe er für den Austritt des britischen Pfundes aus dem Europäischen Währungssystem (EWS) gesorgt. Die italienische Lira verdankte ihm eine Abwertung, und die asiatische Finanzkrise des Jahres 1997 wäre ohne seine Devisenspekulationen wesentlich unspektakulärer ausgefallen.

In den letzten Jahren trat Soros verstärkt publizistisch in Erscheinung. In seinem jüngsten Bücher warnt er gar vor der "Krise des globalen Kapitalismus". Immer wieder zeigte er sich auch als spendierfreudiger Philanthrop. Nach eigenen Angaben hat er mehr als 1,3 Milliarden Dollar für diverse Stiftungen und humanitäre Operationen gespendet.

Doch als gerissener Devisenspekulant und als einer der erfolgreichsten Investmentfonds-Manager aller Zeiten macht er mehr Schlagzeilen. Soros hatte dabei nach den Schätzungen des US-Wirtschaftsmagazins "Forbes" selbst ein Vermögen von vier Milliarden Dollar (8,6 Milliarden Mark) angehäuft.

In diesem Jahr hat Soros aber mehrere seiner Investmentfondsmanager nach Hause geschickt und seine hochriskanten Hedge-Fonds entschärft und in konservativere Investment-Gefilde gesteuert.

Soros sieht für riesige Investmentfonds nicht mehr so gute Anlagechancen und will außerdem ausreichendes Geld für seine Spenden und gemeinnützigen Aktivitäten in den USA, Osteuropa, Russland und rund 30 anderen Ländern verfügbar haben.

Geboren wurde Soros wurde im August 1930 als Sohn eines jüdischen Anwalts in Budapest. Er überlebte die Nazi-Besetzung versteckt im Speicher des elterlichen Hauses. 1947 kam er nach London und studierte an der Prestigeuniversität London School of Economics. Nach einem kurzen Aufenthalt im Londoner Finanzzentrum ging er nach New York an die Wall Street.

1969 richtete er den Quantum-Fonds mit einem Startkapital von vier Millionen Dollar ein. Er entwickelte sich mit einem Vermögen von zeitweise 18 Milliarden Dollar zum erfolgreichsten Investmentfonds aller Zeiten.

Soros war und ist ein ausgesprochener Kritiker totalitärer Regime und plädiert für eine "offene Gesellschaft". Wenn immer er zu Wirtschafts-, Währungs-, Börsen- und Finanzfragen Stellung nimmt, macht er weltweite Schlagzeilen.

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