Moskau Zwei Festnahmen nach Terroranschlag

Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach dem Terroranschlag, bei dem mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen sind, die Ermittlungen zur Chefsache erklärt. Die Polizei hat zwei Verdächtige festgenommen.

Moskau - Der stellvertretende Leiter des Inlandsgeheimdienstes FSB, Wladimir Pronitschew, teilte die Festnahmen am Mittwoch morgen im russischen Fernsehen mit. Die "tschetschenische Spur" dürfe nicht fallen gelassen werden, sagte Pronitschew.

Bei der Explosion in einer Fußgänger-Unterführung in der Nähe des Kreml waren am Dienstag mindestens sieben Menschen getötet und 93 verletzt worden.

Zugleich warnte Pronitschew aber davor, als möglichen Hintergrund des Bombenanschlages einzig den Krieg in Tschetschenien zu sehen. Auch ein krimineller Hintergrund, etwa ein Bandenkrieg um Einflusssphären, sei nicht auszuschließen.

Der Moskauer Bürgermeister Jurij Luschkow ist sich dagegen sicher: Die Bombenexplosion geht auf das Konto tschetschenischer Rebellen. Dem Sender NTW sagte er, die Befragung von Augenzeugen hätte gezeigt, dass es sich "zu 100 Prozent" um ein Attentat tschetschenischer Rebellen handle.

Präsident Wladimir Putin erklärte unterdessen die Ermittlungen zur Chefsache. Innenminister Wladimir Ruschailo sagte in der Nacht zum Mittwoch, Putin zeichne persönlich für die Untersuchungen verantwortlich.

Zweite Bombe entschärft

Das Innere des Tunnels war nach der Explosion mit Splittern aus Metall, Glas und Holz übersät. Die Wände im Inneren wurden stark beschädigt. Experten der Spurensuche sicherten den Tatort.

Ein russischer Sprengstoffexperte sagte, es handele sich um ein klassisches Sprengstoff-Attentat. Die Bombe könnte die Sprengkraft von 1,5 Kilogramm TNT gehabt haben und von dem Attentäter in einer Tasche zum Explosionsort getragen worden sein. Er schloss aus, dass die Explosion durch Schweißarbeiten in der Unterführung ausgelöst worden sein könnte.

Ein FSB-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Größe der Bombe sei noch nicht bekannt. Es sehe jedoch so aus, als sei der Sprengsatz selbst gebastelt worden. Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax wurde in der Nähe eine zweite Bombe gefunden, die aber entschärft worden sei.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.