Headhunter-Tricks Dr. Langer und Ms. Fettweis

Eine Mitarbeiterin der Werbeakademie BAW soll sich als Headhunterin mit aufgesetztem englischen Akzent entpuppt haben: Karin Böll und Michael Schollmeyer von der Lizenzagentur Böll Concept schildern einen sonderbaren Abwerbeversuch.

München - Vor wenigen Wochen bekam er einen Anruf von einer gewissen "Frau Dr. Langer", erinnert sich Michael Schollmeyer. Sie habe sich als Mitarbeiterin der renommierten Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing (BAW) vorgestellt und wollte angeblich eine Diskussionsveranstaltung zum Thema "Merchandising" organisieren.

Langer habe ihn nach möglichen Referenten gefragt, sagt Schollmeyer, daraufhin habe er das Gespräch an seine Chefin Karin Böll weitergegeben. Die erinnert sich noch gut daran, dass sie die Anruferin über mögliche Referenten aus ihrer Agentur informierte. Produktmanager Schollmeyer war unter den vorgeschlagenen Personen. Als studierter Jurist und Kommunikationswirt ist er bewandert in Fragen der Lizenzrechte; mit seinem Alter von 33 Jahren erschien er jung genug, um sich mit den BAW-Studenten gut zu verstehen.

Nach zwei Stunden meldete sich eine weitere Unbekannte

Der Referent in spe bekam indes nur zwei Stunden später einen weiteren Anruf von einer Unbekannten - sie stellte sich mit dem klangvollen Namen Suzan-Nadine Fettweis vor. Sie arbeite für die Münchener Personalberatungsfirma Leaders-Trust International, habe Frau Fettweis mit deutlichem englischen Akzent erklärt, und sie suche einen Produktmanager für ihren Kunden, den Spielzeugriesen Mattel. Der solle sich ab Oktober um die Vermarktung von Barbie-Puppen kümmern.

Ob er nicht Interesse an dem Job habe, habe Frau Fettweis gefragt; mit seinem Background als Jurist und Kommunikationswirt und mit seinem jugendnahen Alter sei Schollmeyer doch der ideale Mann. Der Böll-Concept-Manager wunderte sich über die erstaunlich guten Kenntnisse von Frau Fettweis - und informierte seine Chefin Karin Böll über den Anruf.

Die wunderte sich ebenso - und rief bei Frau Fettweis zurück. Die wiederum habe plötzlich ihren englischen Akzent abgelegt. "Als ich sie direkt fragte", behauptet Böll, "gab Fettweis zu, dass sie mit Frau Dr. Langer identisch war."

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.