Concorde War der Wasserabweiser die Ursache?

Zwei Wochen nach dem Absturz steht offenbar die Ursache fest. Der "Wasserabweiser" soll in den Tank der Concorde eingeschlagen sein. Angeblich war der Fluggesellschaft Air France das Risiko bekannt.

Hamburg - Das berichtet das Internet-Magazin "stern.de" unter Berufung auf das britische Fachblatt "Flight International". Demnach hat die Untersuchungskommission den Wasserabweiser als Absturzursache identifiziert. Die fünf Kilogramm schwere, vor dem Hauptfahrwerk angebrachte Fiberglas-Stange sei während des Startanlaufs durch einen platzenden Reifen losgerissen worden und sei anschließend wie ein Geschoss im Flügeltank eingeschlagen.

Durch das Leck sei dann Treibstoff ausgetreten, der sich an den offenen Flammen des Nachbrenners entzündete, die in der Startphase hinten aus den Düsen treten, so "stern.de". Weil der Treibstoff auslief und nicht mehr in die linken Triebwerke gelangte, seien die Motoren auf der linken Seite zudem stehen geblieben. Die Überschallmaschine fiel unter ihre Mindestgeschwindigkeit und stürzte ab.

Wurde bei Air France geschlampt?

Bei der Untersuchung sei ein schweres Versäumnis der Fluggesellschaft Air France entdeckt worden, berichtet "stern.de" weiter. Der gleiche Schaden sei im Oktober 1993 in London schon einmal aufgetreten, damals allerdings mit glimpflichem Ausgang, weil sich der ausgelaufene Treibstoff nicht entzündet hatte. Nach dem Beinahe-Unfall habe der Hersteller Aerospatiale eine zusätzliche Befestigung des Wasserabweisers mit Stahldraht am Fahrgestell empfohlen.

British Airways habe darauf hin ihre Maschinen nachgerüstet, schreibt das Internet-Magazin. Air France habe es hingegen für ausreichend gehalten, das Teil so zu verstärken, dass es nicht in Stücke brechen konnte. Eine Sicherung gegen das Wegfliegen der Fiberglas-Stange hätten die französischen Betreiber der Concorde für überflüssig gehalten.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.