BASF Halbjahreszahlen enttäuschen

Konzern-Chef Jürgen Strube hat die Erwartungen der Analysten nicht erfüllen können. Die Halbjahreszahlen wurden an der Börse mit einem deutlichen Kursabschlag quittiert.

London - Die Halbjahreszahlen des Chemieriesen BASF haben an der Börse enttäuscht. Das Ergebnis liege lediglich am unteren Rande der Erwartungen, sagten Händler.

Zwar konnten Umsatz und Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden, doch sei zu erwarten, dass die Zuwachsraten künftig geringer ausfallen werden.

BASF-Aktie rutscht ins Minus

An der Börse verlor die Aktie nach Bekanntgabe der Zahlen deutlich an Wert. Um 10.45 notierte BASF mit einem Verlust von 6,04 Prozent bei 42,75 Euro. Der Dax stand zur gleichen Zeit 0,29 Prozent im Minus.

Dem Vorstandsvorsitzende Jürgen Strube zufolge stieg der Umsatz im ersten Halbjahr um 24,5 Prozent auf 17,44 (Vorjahr 14,01) Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis habe sich vor Sondereinflüssen um 28,5 Prozent auf 1,805 (1,405) Milliarden Euro erhöht.

Nach Steuern und Anteilen Dritter habe das Ergebnis um 113 Prozent auf 912 (429) Millionen Euro zugelegt. Dies ergebe ein Ergebnis je Aktie von 1,48 (0,69) Euro. Für das Gesamtjahr sei mit einer Erhöhung des Betriebsergebnisses um zehn Prozent zu rechnen.

Wachstum wird von Konjunktur unterstützt

"Dieses starke, profitable Wachstum ist das Resultat unserer Strategie des kontinuierlichen Wandels. Unterstützt werden wir durch eine gute Konjunktur", sagte Strube.

So habe die hohe Nachfrage nach Chemieprodukten weltweit die Verkaufsmengen seit Beginn des Jahres im Konzern um neun Prozent anwachsen lassen. Deutlich gestiegene Rohstoffkosten seien durch höhere Preise weitergegeben worden. Hier bestehe aber nach Auffassung von BASF noch einiger Nachholbedarf.

Für das zweite Halbjahr rechnet BASF mit Einmalkosten und Belastungen für den Konzern in Höhe von zusammen 520 Millionen Euro aus der Übernahme der American Cyanamid.

Deutliche Zuwächse bei Kuststoffen und Fasern

Bei den einzelnen Geschäftsbereichen habe BASF vor allem bei Kunststoffen und Fasern aber auch bei den Chemikalien deutliche Umsatzzuwächse verzeichnet, teilte der Konzern mit.

Der gestiegene Rohölpreis und der höhere Dollarkurs hätten zudem im zweiten Quartal eine Verdoppelung der Umsätze aus dem Öl- und Gasgeschäft bewirkt. Dadurch sei der Wegfall des 1999 abgegebenen Raffineriegeschäfts mehr als ausgeglichen worden.

USA-Ergebnis um 77 Prozent gestiegen

Regional habe BASF in den USA im ersten Halbjahr den Umsatz um rund sieben Prozent gesteigert. Das Betriebsergebnis sei im zweiten Quartal in Nordamerika um 77,3 Prozent geklettert.

Das höhere Ergebnis in Deutschland sei vor allem auf die Aufwendungen für die kartellrechtlichen Verfahren im Vitamingeschäft im Vorjahr zurückzuführen. Asien, Korea und China hätten im zweiten Quartal ihren Beitrag zum Konzernergebnis um 141 Prozent gesteigert.

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