Merrill Lynch "Mehrheit der Dotcoms wird allein nicht überleben"

Neuer Schlag für Dotcom-Titel: Die Analysten des US-Investmenthauses haben den Web-Sektor "wieder-bewertet" und dabei die meisten Internet-Papiere herabgestuft.

New York - Künftig müssen auch die Web-Unternehmen nach ihren tatsächlichen Leistungen bewertet werden. Dies forderte der Merrill-Lynch-Analyst Henry Blodget am Montag. Der Internet-Sektor sei "erwachsen", spitzte er zu.

Ziel sei nicht eine komplette Neueinschätzung des Segments, sondern eine differenziertere Betrachtung. Er forderte, die junge Internet-Branche künftig genauso streng zu bewerten wie die Firmen der alten Wirtschaft. Nur so könnten Aktien sinnvoll vom Anleger ausgewählt werden.

Langsames statt "Hyperwachstum"

Blodget zufolge entwickelt sich der Internet-Sektor momentan von einem "Hyperwachstum" hin zu einem eher langfristigen Wachstum, wahrscheinlich begleitet von Gesundschrumpfungen und Konsolidierungen; auf gut Deutsch: Kurseinbrüchen.

In den kommenden Jahren werden seiner Einschätzung nach Dreiviertel der Internet-Firmen vom Markt verschwinden oder übernommen. Auch der Kapitalzufluss habe sich verlangsamt.

Selbst den Besten drohen harte Zeiten

Die Aktienkurse der neuen Unternehmen seien weiter unbeständig. In den kommenden zwei Jahren stehe selbst den besten Internet-Titeln eine harte Zeit bevor. Die Firmen müssten in ihre Marktbewertung hineinwachsen.

Indizien, welche Web-Aktien er zu den besten zählt, lieferte Blodget gleich mit: Die positiven Ratings von Yahoo, CMGI und ExciteAtHome ließ er unverändert.

Für Amazon korrigierte der Experte seine Einstufung sogar auf "Buy" nach oben von zuvor "Accumulate".

Die Aktien von CMGI und Yahoo beließ er als "Buy". Für Excite erneuerte er die Einstufung als "Accumulate".

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