UMTS-Auktion 20-Milliarden-Grenze fällt bald

Finanzminister Eichel stapelt tief; die Regulierungsbehörde erwartet deutlich höhere UMTS-Erlöse. Bereits zu Beginn der zweiten Auktions-Woche dürfte die von Eichel genannte 20-Milliarden-Grenze fallen.

Mainz - "Ich denke, es wird mehr werden", kommentierte Behörden-Vizepräsident Gerhard Harms am Montag Äußerungen Eichels vom Wochenende. Zum voraussichtlichen Gesamterlös und zur Dauer der Auktion wollte sich Harms nicht näher äußern. Er verwies jedoch darauf, dass die deutsche Auktion bislang drei Mal so schnell laufe wie das Pendant in Großbritannien.

Das derzeitige Niveau der Gebote stellt Harms zufolge nur einen Zwischenstand dar - "alle Unternehmen setzen nach wie vor auf drei Frequenzblöcke". Bis zum Abend würden sich die Höchstgebote auf 15 bis 16 Milliarden Mark summieren; die Grenze von 20 Milliarden Mark werde voraussichtlich am Dienstag oder frühen Mittwoch überschritten.

Eichel dämpft Erwartungen

"Die wilden Spekulationen von 120 Milliarden Mark und mehr sind völlig falsch", hatte dagegen Finanzminister Eichel (SPD) gegenüber der "Bild am Sonntag" geäußert. Im Bundeshaushalt seien dafür 20 Milliarden Mark Einnahmen vorgesehen, "das ist eine seriöse Schätzung", hatte Eichel betont.

Der Bundesfinanzminister bekräftigte die Absicht, das Geld zum Schuldenabbau einzusetzen. Dennoch werden die Staatsschulden zunächst weiter wachsen. Der Bund werde "Dauerschuldner in Billionenhöhe" bleiben, zitiert das Blatt aus einem Bericht des Bundesrechnungshofes.

Danach wird die Bundesschuld von derzeit rund 1500 Milliarden auf 1700 Milliarden Mark bis zum Jahr 2004 steigen. Eichel strebt für 2006 erstmals einen Haushalt ohne neue Schulden an. Ab dann soll der Schuldenberg abgetragen werden.

Eichel sagte zu den erwarteten Erlösen aus der UMTS-Versteigerung: "20 Milliarden Mark weniger Schulden bedeuten ein bis 1,2 Milliarden Mark weniger Zinszahlungen jährlich." Die Hälfte der Zinsersparnisse gehe in den Bildungshaushalt, insbesondere die Bafög-Reform. Die zweite Hälfte der Zinsersparnis fließe in den Verkehrsausbau, also in Straße und Schiene.

Gebote summieren sich auf knapp 14 Milliarden Mark

Bei der Auktion der deutschen UMTS-Mobilfunklizenzen in Mainz hatten die sieben Firmen und Konsortien am Ende der ersten Woche mehr als zwölf Milliarden Mark geboten. Am Montag vormittag kletterte die Summe für alle zwölf Frequenzpakete nach der 71. Auktionsrunde auf insgesamt 13,96 Milliarden Mark.

Nach MobilCom bieten nun auch Mannesmann, VIAG Interkom, E-plus, D1 und Debitel mehr als eine Milliarde Mark für einen Frequenzblock. MobilCom hielt am Montag vormittag mit 1,28 Milliarden Mark aber noch immer das höchste Einzelgebot.

Nach der 71. Auktionsrunde führte aber insgesamt Mannesmann Mobilfunk. Die Düsseldorfer waren bereit, für drei Frequenzblöcke insgesamt 3,407 Milliarden Mark (1,742 Milliarden Euro) auszugeben. T-Mobil und die Konsortien Mobilcom/France Telecom sowie Sonera/Telefonica gaben für jeweils zwei Frequenzblöcke Höchstgebote ab. Zwei bis drei Frequenzblöcke sind notwendig, um in Deutschland ein flächendeckendes Netz für UMTS-Handys aufzubauen.

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