Lion Bioscience Aktien werden am 11. August notiert

Die Heidelberger kommen mit Verspätung an den Neuen Markt und an die Nasdaq. Die geplante Erstnotiz wurde auf den 11. August angesetzt.

Heidelberg - Die Aktien der Heidelberger Lion Bioscience sollen am 11. August erstmalig am Neuen Markt in Frankfurt gehandelt werden. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, sind die Anteilsscheine ab dem selben Tag an der Nasdaq erhältlich. Sie kämen als American Depository Receipts (ADR)in den Handel.

Laut Finanzvorstand Klaus Sprockamp ist das Clearing für die Nasdaq für diese Woche vorgesehen. "Danach kann die Festlegung des Emissionspreises sowie die Zuteilung der Aktien erfolgen."

Börsengang um über zwei Wochen verschoben

Ursprünglich war der Börsengang für den 26. Juli geplant. Die Verspätung wurde mit Verzögerungen mit dem Zulassungsverfahren an der Nasdaq erklärt.

Die Heidelberger ist im Vorfeld der Emission von Analysten als aussichtsreiches Biotechnologie-Unternehmen gewertet worden. Die Bookbuilding-Spanne wurde zwischen 37 und 44 Euro festgesetzt. Die Graumarktkurse pendeln derzeit zwischen 64 und 68 Euro.

Software-Anbieter für Gentechnik-Unternehmen

Lion bezeichnet sich selbst als Marktführer bei der Verarbeitung, Analyse und Interpretation von Daten für die Pharma-, Biotech- und Ernährungsindustrie. Die riesigen Datenmengen, die bei gentechnischen Forschungen anfallen, müssen analysiert und gefiltert werden.

Ein Datenbank-Informationssystem von Lion ermöglicht komplizierte Abfragen und verkürzt die Zeit, die der Forscher bisher für den Zugriff einsetzen musste.

Das Unternehmen - das Kürzel steht für Laboratories of the Investigation of Nucleotide Sequences - ist also eher Software-Anbieter als Gentechnik-Unternehmen. Doch die Nähe zu dieser Branche nutzt dem Börsengang, der von der Euphorie der Genforschung profitieren wird.

Vorerst werden nur Verluste geschrieben

Trotz einer beachtlichen Anzahl von Kunden aus der Pharmabranche ist der Umsatz mit 9,8 Millionen Euro vergleichsweise gering. Ausgegeben hatte das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr dagegen rund 13 Millionen Euro. Seit Gründung 1997 hat Lion insgesamt knapp 20 Millionen Euro Schulden aufgehäuft. Auch für die Zukunft erwartet Lion erst einmal rote Zahlen.

Hauptkunde ist Bayer. Die Leverkusener steuerten über die Hälfte des Umsatzes bei, können aber, wie alle Kunden, kurzfristig aussteigen, wenn die gelieferte Software nicht zufriedenstellend arbeitet.

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