Siemens Milliardenmarkt China im Visier

Mobile-Chef Rudi Lamprecht investiert massiv in die Handy-Fertigung. Ein Partner soll helfen, vor allem den asiatischen Markt zu erobern. Konkurrent Motorola verschreckt mit einer Warnung die Anleger.

München/New York - Siemens fordert im Handy-Geschäft seine schärfsten Wettbewerber Nokia, Ericsson und Panasonic sowie Motorola und Samsung heraus. Der Münchener Elektroriese, derzeit die Nummer sechs, will in die Spitzengruppe der drei weltgrößten Anbieter von Mobiltelefonen vorstoßen.

Die eigenen Kapazitäten reichten dazu nicht aus, erklärte Lamprecht, Vorstand des Bereichs "Information and Communication Mobile" (ICM). Deshalb habe Siemens-Mobile an die in Singapur ansässige Flextronics International einen Auftrag zur Fremdfertigung von rund 33 Millionen Mobiltelefonen bis Ende 2003 vergeben.

Der ICM-Chef will vor allem in Asien expandieren. Mit dem Schwerpunkt China werden hierzu in den nächsten drei Jahren fast drei Milliarden Mark investiert. Die Summe soll sich gleichmäßig auf die Bereiche Entwicklung, Fertigung und Marketing verteilen.

Auf dem Reich der Mitte ruhten große Hoffnungen, so Lamprecht. Bereits in den kommenden zwei Jahren will die Siemens-Tochter dort "ein Viertel des gesamten Umsatzes erzielen".

Für den Januar 2001 plant Siemens-Mobile den Start auf dem amerikanischen Markt. Ziel ist, den ICM-Umsatz in den nächsten zwei Jahren auf rund 600 Millionen Euro zu verdreifachen.

Die Mobilfunk-Kapazitäten werden den Angaben zufolge weltweit erhöht. In den drei deutschen Werken Kamp-Lintfort, Bocholt und Leipzig soll die Fertigung ausgebaut werden; an den drei neuen Standorten im dänischen Pandrup, in der chinesischen Hauptstadt Peking und in San Diego (USA) werden auch Forschung und Entwicklung forciert. Derzeit peile man eine Auslagerung der Produktion von bis zu 40 Prozent an, sagte Lamprecht weiter.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 1999/2000 stieg der Gewinn im Mobilfunk-Geschäft um fast das Sechsfache auf 720 Millionen Euro. Wegen der Bauteile-Knappheit werde Siemens die erwarteten 30 Millionen Stück beim Handy-Absatz im laufenden Jahr nicht schaffen, bekräftigte Lamprecht. Siemens bleibe aber beim Ziel, im kommenden Jahr den Handy-Absatz auf rund 60 Millionen Stück zu erhöhen.

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