Internet-Marktplätze Sind nur von geringer Bedeutung

Web-Plattformen sind die virtuellen Hoffnungsträger vieler Firmen. Eine Studie zeigt, dass sie in der Praxis aber kaum genutzt werden: Nur auf jedem zweiten Marktplatz kommt es zu Geschäfts-Abschlüssen.

Hamburg - Nur jeder siebte Marktplatz (15 Prozent) bietet seinen Nutzern in allen wichtigen Geschäftsphasen zufriedenstellende Unterstützung. Gut jeder zweite unterstützt wesentliche Phasen der Geschäftsabwicklung überhaupt nicht, hat der Lehrstuhl für E-Commerce an der Frankfurter Universität herausgefunden.

Die E-commerce-Experten haben im Auftrag der Unternehmensberatung Mummert und Partner 20 globale B2B-Marktplätze aus den Sektoren Industrie, Landwirtschaft, Gesundheit und Finanzen untersucht. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die virtuellen Plattformen eher formlose Foren zum Informationsaustausch darstellen, aber nicht als Handelsplattformen genutzt werden.

Kosten lassen sich auf diese Weise kaum sparen, stellen die Frankfurter Forscher fest. So sei es fraglich, ob das von Fachleuten für 2001 europaweit prognostizierte B2B-Umsatzpotenzial von 159 Milliarden Dollar realisiert werden könne.

Wer einen Handelsabschluß will, muß zum Telefon greifen

Grundsätzlich sollen die Business-to-business-Marktplätze ("B2B") es den Firmen leichter machen, über das Internet Lieferanten oder Kunden zu finden. Im Idealfall kann das gesamte Geschäft gleich über das Internet abgeschlossen werden. Auch Warentransport, Finanzierung, Versicherung und andere mit dem Geschäft verbundene Arbeiten sollen online laufen und den Firmen so Milliardenbeträge in der Abwicklung sparen.

Die Praxis sieht aber anders aus, resümiert Wilhelm Alms, Vorstand von Mummert und Partner: Wer im Internet zu einem Handelsabschluss kommen will, müsse am Ende häufig auf das Telefon, die Post oder das Fax zurückgreifen.

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