Cobra Société Générale verschmäht Commerzbank-Paket

Bei der französischen Société Générale hat sich der Commerzbank-Großaktionär eine Abfuhr geholt: SG-Chef Daniel Bouton sagte dankend "Non" zum Anteils-Paket. Bankkreisen zufolge sucht Cobra "verzweifelt" einen Käufer.

Paris - "Es stimmt, dass Cobra ihre Aktien der Société Générale angeboten hat und wahrscheinlich noch einer Menge anderer Banken", sagte der Chef der Société Générale, Daniel Bouton am Donnerstag. Seine Bank habe jedoch nichts gekauft.

Die französische Zeitung "La Tribune" hatte zuvor unter Berufung auf Bankkreise berichtet, Cobra suche für ihren 17-prozentigen Commerzbank-Anteil "verzweifelt" einen Käufer und sei dabei auch auf die Société Générale zugegangen. Die deutsche Beteiligungsgesellschaft wolle einen Preis von 52 Euro pro Commerzbank-Aktie (aktuell rund 38,50 Euro) erreichen, hieß es weiter.

Cobra: "Preis von 52 Euro gute Vorgabe"

Cobra bestritt unterdessen die Darstellung Boutons, bestätigte aber den Kontakt: "Wir haben einmal mit der Société Générale allgemeine Gespräche über europäische Stratgie und ähnliches geführt, aber nie konkret über den Verkauf des Aktienpakets gesprochen", sagte Cobra-Geschäftsführer Hansgeorg Hofmann.

Es habe auch Gespräche mit anderen Seiten gegeben, sagte Hofmann weiter, auch wenn es dabei ebenfalls nie konkret um das Commerzbank-Aktienpaket gegangen sei. Den in dem Zeitunsgbericht genannten Preis von 52 Euro bezeichnete er jedoch als "gute Vorgabe". "Auch wenn der Preis nicht von mir stammt, geht das in die richtige Richtung", fügte er hinzu.

Commerzbank: Kohlhaussen gibt sich gelassen

Commerzbank-Chef Martin Kohlhaussen gab sich angesichts der Cobra-Aktivitäten gelassen. Trotz der Absicht, die Commerzbank in eine Allianz mit einem starken europäischen Partner zu drängen, sei die Gruppe keine Bedrohung, sagte Kohlhaussen in einem Interview mit dem hauseigenen Fernsehmagazin "Geldactiv".

"In Wirklichkeit geht es hier darum, ihre Position möglichst interessant und zu einem guten Preis weiter zu veräußern." Der Preis dürfte nach seiner Einschätzung beim aktuellen Börsenkurs plus einem Aufschlag von 20 Euro liegen.

Am Mittwoch hatten Cobra-Chef Hofmann und ein Sprecher der britischen Bank HSBC Gerüchten widersprochen , man verhandele über einen Verkauf von sieben Prozent der Commerzbank-Aktien. Während die HSBC bekundete, kein Interesse am Kauf einer solchen Beteiligung zu haben, sagte Hofmann, er werde sein Paket nur als Ganzes veräußern. mehr ...

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