Dienstag, 20. August 2019

Geldanlage-Premiere Der kostenlose Fonds

Neues Projekt, neuer Fonds: Dieses Wohnobjekt in München wird Teil des "Kostenlos-Fonds" der One Group sein

2. Teil: Wie funktioniert der "Kostenlos-Fonds"?

Wie also funktioniert der "Kostenlos-Fonds"? Der "ProReal Deutschland 2" investiert in die Entwicklung und den Verkauf von Wohnungsbauprojekten in deutschen Metropolregionen wie etwa Hamburg, München oder Berlin. Das Renditeziel solcher Projektentwicklungsfonds liegt in der Regel im niedrigen zweistelligen Bereich. Die One Group selbst erzielt nach eigenen Angaben gegenwärtig mit einem Vorläuferfonds eine Rendite von 14 Prozent, begünstigt durch den Immobilienboom in Deutschland.

Den Anlegern des Deutschland-2-Fonds jedoch sichert das Emissionshaus lediglich eine Verzinsung von 8 Prozent pro Jahr vor Steuern zu, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Was während der Fondslaufzeit bis voraussichtlich Mitte 2016 darüber hinaus an Erträgen anfällt, fließt in die Kassen der One Group und dient unter anderem dazu, die anfallenden Aufwendungen zu decken. Und das wird möglicherweise nicht wenig sein.

"Ab einer Nettorendite von 9,8 Prozent im Fonds verdienen wir an dem Produkt", sagt One-Group-Geschäftsführer Lahcen Knapp zu manager magazin online. "Da wir davon ausgehen, dass wir im aktuellen Umfeld eine deutlich bessere Performance erzielen werden, glauben wir, dabei ein gutes Geschäft zu machen."

Hohes Renditepotenzial, überschaubare Verzinsung

Doch auch den Anlegerinteressen kommt das Konzept laut Knapp entgegen. "Projektentwicklungen bieten enorme Chancen", sagt er. "Doch unsere Erfahrung ist, dass die Anleger zurzeit diese Chancen gar nicht nutzen wollen. Sie suchen vielmehr nach Sicherheit für ihr Geld - und die können wir ihnen auf diese Weise bieten."

Dazu trägt laut Knapp auch bei, dass die One Group zur Absicherung der Anlegergelder ihre aktuellen Immobilienprojekte sowie kommende an den Fonds abgetreten hat. Zudem gibt das Emissionshaus an die Fondsgesellschaft eine Patronatserklärung ab, um eine eventuell zusätzlich entstehende Finanzlücke zu schließen.

Das ist also der Trick dieses Null-Kosten-Fonds: Ein Investment mit hohem Renditepotenzial wird in eine Anlage mit überschaubarer Verzinsung verwandelt. Anstelle von anfänglichen und laufenden Kosten kassiert der Emittent eine Gewinnbeteiligung, die im Idealfall sogar noch höher ausfallen kann als die Einnahmen, die er auf herkömmlichem (Kosten-)Wege erzielt hätte. Wohl gemerkt: Das ist zusätzlicher Gewinn, der sonst zum größten Teil den Anlegern zufließen würde.

Der klassische Tausch "Rendite gegen Sicherheit" also, in diesem Fall in neuem Gewand.

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