EM.TV Schnelles Geschäft

Der Medien-Konzern hat große Pläne: Im Frühjahr 2001 soll das Formel 1-Geschäft an die Börse gehen. Die internationale Expansion wollen die Münchner mit einem Einstieg bei Crown Media schaffen.

München - Thomas Haffa rechnet mit einer schnellen positiven Entscheidung der EU-Kommission zur Formel 1. Der EM.TV-Vorstandschef verweist auf die neue Konstellation, nach der der Internationale Automobil-Verband FIA für weitere 99 Jahre die kommerziellen Rechte an der Rennserie auf den Formel 1-Veranstalters SLEC übertragen habe und selbst die Sporthoheit behalte.

Haffa schloss auch eine mögliche Reduzierung der EM.TV-Beteiligung an der Formel 1 nicht aus. Darüber hinaus gäbe es Gespräche mit den Herstellern und Teams der Rennserie.

Reduzierung der Anteile ist möglich

Der Medien-Konzern hatte im Frühjahr für 3,3 Milliarden Mark die Hälfte der Geschäftsanteile der Holding (SLEC) von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone übernommen. Jetzt soll nach Branchenangaben wieder eine Reduzierung von 55 auf 33 Prozent möglich sein.

Es sei aber auch ein Szenario denkbar, dass auch Ecclestone seinen SLEC-Anteil auf ein Drittel reduzieren könnte. EM.TV betonte aber, das Unternehmen habe noch eine Option auf den Kauf von weiteren 25 Prozent an der SLEC.

Umsatzerlöse von 450 Millionen Dollar

Der Formel 1-Vertrag sei der bedeutendste in der Firmengeschichte, unterstrich Haffa. "Wir möchten aus der Formel 1 eine hochattraktive und international bekannte Dachmarke machen, mit einem eigenen Logo, eigenen Lizenzen und Produkten."

Sein Bruder, EM.TV-Chef Florian Haffa, unterstrich die Bedeutung der Geldmaschine Formel 1: Für das laufende Jahr wird in der Rennserie mit Umsatzerlösen von 450 Millionen Dollar gerechnet.

Einstieg in die USA

Große Wachstumsmöglichkeiten verspricht sich EM.TV durch den Einstieg beim großen US-Sendergruppe Crown Media Holdings. Im Zuge dieser Transaktion gelinge es EM.TV als einem der ersten europäischen Medienunternehmen, Kinderprogramm-Blöcke auf einem US-Pay-TV-Sender zu etablieren.

Umsatzplanungen werden korrigiert

Bei Crown Media steigt EM.TV mit 8,2 Prozent ein, während der US-Partner die Anteile der Münchner am Sender "Odyssey Network" und den in Asien operierenden "The Kermit Channel" erhält. Über die Beteiligung an Crown Media erreicht EM.TV weltweit mehr als 59 Millionen TV-Abonnenten.

Auf Grund dieser Transaktion werde EM.TV seine Planungen für 2001 noch einmal überdenken müssen, erklärte Florian Haffa. Bislang rechnete EM.TV für das Jahr 2000 mit einem Umsatz von 1,6 Milliarden Mark nach 315,3 Millionen Mark im Vorjahr und für 2001 mit einem ebenfalls deutlichen Umsatzanstieg.