Metabox Zweiter Börsengang

Das Hildesheimer Unternehmen hat einen Börsengang in London und ein deutliches Umsatzwachstum bekannt gegeben. Die Börse reagierte dennoch mit Kursabschlägen. Die Gerüchte um "unsichere Aufträge" reißen nicht ab.

Hildesheim - Die bisher am Frankfurter Neuen Markt notierte Metabox plant einen zweiten Börsengang auf dem internationalen Parkett. Zwei Millionen neue Aktien sollen am Technologiemarkt der Londoner Börse platziert werden.

Der Vorstandsvorsitzende Stefan Domeyer hat am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Hildesheim noch keinen genauen Zeitpunkt der Emission bekannt gegeben.

Das frische Geld aus diesem Börsengang will Metabox für den Ausbau seiner Aktivitäten im Geschäft mit Internet-Fernsehen einsetzen. Die Hauptversammlung soll entsprechend die Erhöhung des Grundkapitals genehmigen.

Trotz Umsatzsteigerung Kursverluste

Metabox hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2000 um 341 Prozent auf 26,6 Millionen Mark gesteigert. Der Verlust habe im selben Zeitraum eine Million Mark betragen.

Die Börse hat diese Zahlen mit einem Kursabschlag quittiert. Nach Händleransicht ist der Verlust zu deutlich ausgefallen. Die Gerüchte um "unsichere Aufträge" seien zudem verantwortlich für die Angst bei den Anlegern, so ein Händler. Diese erwarteten nun "Klarheit" durch den Vorstand. Bis 12.15 Uhr verlor der Titel 6,05 Prozent auf 187 Euro.

Metabox erklärte den Verlust mit Vorleistungen für den ersten Großauftrag im April 2000 über 500.000 Set-Top-Boxen. Im Vorjahr hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Verlust von 1,3 Millionen Mark verzeichnet. Der endgültige Halbjahresbericht werde Ende August vorliegen.

Das Unternehmen hatte den ersten Börsengang vor einem Jahr mit 2,8 Millionen Aktien am Neuen Markt abgewickelt. Seit der ersten Notierung von 48,50 Euro hat sich der Kurs knapp vervierfacht.