Dresdner/Commerzbank Börse quittiert Fusions-Abbruch mit Kursrutsch

Die Börse quittiert den Abruch der Fusionsgespräche mit einem Kursrutsch - vor allem der Dresdner und ihres Groß-Aktionärs Allianz.

Frankfurt am Main - Dresdner Bank notierten nach der Aussetzung um 5,8 Prozent schwächer. Die Aktie des Versicherungsriesen Allianz - des Großaktionärs der Dresdner Bank - gab um fast vier Prozent nach.

Commerzbank legen dagegen 0,3 Prozent auf 37,62 Euro zu. Händler meinen, damit werde das zuletzt kursierende Umtauschverhältnis von 60 zu 40 für die Dresdner wieder aus den Aktien ausgearbeitet. Denn dieses habe zuletzt Dresdner angetrieben und Commerzbank gedrückt.

Schon vor der Aussetzung war die Dresdner Bank-Aktie am stärksten betroffen. Die Titel der Commerzbank dagegen konnten sich nach einem kurzen Absturz wieder fangen. Um 10.10 Uhr verzeichnete das Papier ein Plus von 0,03 Prozent auf 37,50 Euro. Zu diesem Zeitpunkt wurden beide Titel für eine Stunde vom Handel ausgesetzt.

Das Scheitern der Fusion vermieste auch die Stimmung am Gesamtmarkt. Bis gegen 11.30 Uhr verlor der Dax 0,8 Prozent auf 7272 Punkte. Händler verweisen darauf, dass das deutsche Börsenbarometer damit alleine in Europa steht, die meisten anderen Indizes weisen Plus-Zeichen auf.

Analysten: Dresdner muss stärker büßen

Die Dresdner Bank dürfte Analysten zufolge unter einer gescheiterten Fusion stärker leiden. Sie führte in den vergangenen Monaten zuerst mit der Deutschen Bank und dann mit der Commerzbank Fusiongespräche, die beide desaströs scheiterten.

Zudem hat die Dresdner Bank nach der geplatzten Fusion mit der Deutschen Bank in ihrem Investmenthaus Dresdner Kleinwort Benson wichtige Mitarbeiter an die US-amerikanischen Konkurrenz verloren. "Das gesamte IPO-Team ist gegangen", sagte ein Bankenexperte. Ausländische Banken interessieren sich weniger für das Retailgeschäft mit Priatkunden, sondern für das Investment-Banking. Beide Banken hätten in diesem Bereich jedoch nicht das, was US-Banken suchen.

"Nach der abermals verpatzten Fusion besteht kaum noch Interesse an einer Fusion mit der Dresdner-Bank", erklärte ein Aktienhändler. Auch die Stellung des Mehrheitsaktionärs Allianz, der 21,7 Prozent der Anteile hält, sei für die Dresdner Bank ein Problem. Am Markt waren schon seit einigen Tagen Zweifel über das Zustandekommen der Bankenfusion aufgekommen, sagte ein Frankfurter Bankenanalyst.