Air France/ British Airways Aktien unter Druck nach Concorde-Absturz

Nach dem Absturz einer Concorde sind die Aktien der Fluggesellschaften deutlich unter Druck geraten. Beide Airlines beraten über die weitere Nutzung des Überschall-Jets.

Paris/London - Die Air-France-Aktien wurden nach dem Concorde-Absturz in Paris vom Handel ausgesetzt. Der letzte Kurs der Aktie wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa-afx um 17.10 Uhr bei 18,00 Euro (minus zehn Prozent) festgesetzt.

Der Internet-Seite der Pariser Börse zufolge endete der Handel mit den Titeln erst gegen 17.35 Uhr. Bis dahin erholte sich der Kurs auf rund 19,30 Euro, was einem Minus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss entspricht. Nach dem Schock der Absturz-Nachricht verzehnfachten sich die Umsätze in Air France.

Auch die Aktien von British Airways (BA), der zweiten Fluglinie mit Concorde-Maschinen im Linieneinsatz, gaben ihre frühen Gewinne ab, nachdem der Absturz bekannt geworden war. Das Papier verlor bis zur Schlussglocke in London 2,5 Prozent auf 363,25 Pence. Das Tageshoch der Aktie hatte bei 390,00 Pence gelegen.

BA: Berät über weitere Nutzung der Concorde-Flotte

BA berät nach dem Absturz über die weitere Nutzung ihrer sieben Concorde-Maschinen. Eine "strategische Entscheidung" werde in Kürze bekannt gegeben, sagte eine Sprecherin am Dienstag abend.

Erst am Vortag hatte BA einen ihrer Concorde-Jets wegen Haarrissen an den Tragflächen außer Betrieb genommen. Derselbe Fehler wurde auch an den übrigen sechs Maschinen der Concorde-Flotte entdeckt. Für sie bestünden aber keine Sicherheitsbedenken. British Airways hatte bisher erklärt, die Maschinen noch bis möglicherweise 2015 einsetzen zu wollen.

Air France-Chef Spinetta: "Triebwerksschaden"

Air France, die über sechs Concorde-Jets verfügt, hat den gleichen Fehler an vier Maschinen entdeckt. Das Problem sei aber seit Monaten bekannt und im Griff, erklärte ein Air-France-Sprecher. Die Sicherheit der Passagiere sei dadurch nicht in Frage gestellt, so dass sie weiter betrieben würden.

Chris Yates, Luftfahrtexperte des Fachmagazins Jane's Weekly, sagte am Dienstag, zwischen dem Unglück und den entdeckten Defekten gebe es nach seiner Expertise keinen Zusammenhang.

Diese Einschätzung scheint sich unterdessen zu bestätigen. Nach ersten Analysen hat ein Triebwerksschaden die Concorde zum Absturz gebracht. Dies erklärte Air France-Chef Jean-Cyril Spinetta noch am Dienstag abend am Unglücksort.

Aufsichtsbehörden gegen sofortiges Concorde-Verbot

In Paris sagte ein Sprecher der französischen Luftverkehrs-Aufsichtsbehörde DGAC (Direction generale de l'Aviation Civile), eine Gruppe von Experten sei zur Untersuchung an die Absturzstelle entsandt worden. Eine Entscheidung über eine mögliche Einstellung der Concorde-Flüge der Air France werde nicht erfolgen, solange keine Ergebnisse der vorläufigen Untersuchung vorliegen.

Auch die britische Luft-Aufsichtbehörde "Civil Aviation Authority" (CAA) erklärte, dass sie British Airways die Concorde-Flüge vorerst nicht verbieten will. Dies berichtet der TV-Sender Sky TV. Ein CAA-Sprecher sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires, die Behörde werde keine Empfehlungen abgeben, solange keine Ergebnisse der französischen Untersuchungsbehörden vorliegen.