Air France Seit 31 Jahren in der Luft

Die Concorde, bei deren Absturz am Dienstag mehr als 100 Passagiere ums Leben gekommen sind, war einer der 13 spektakulären Überschall-Jets im regulären Dienst. Das französisch-britische Gemeinschaftsprodukt galt bislang als eines der sichersten Flugzeuge.

Frankfurt am Main - Die Concorde ist das einzige Überschallflugzeug der Welt im regulären Dienst. Die erste Linien-Maschine wurde 1976 in Betrieb genommen. Der in den 60er Jahren entwickelte Flugzeug-Typ ist insbesondere bei Managern und Prominenten beliebt und galt bisher als eines der sichersten Flugzeuge der Welt.

Der pfeilförmige Jet flog seit seiner Indienststellung weitgehend problemlos. Vor dem Absturz am Dienstag gab es nur einen ernsthaften Zwischenfall: Im Jahr 1979, zehn Jahre nach dem Jungfernflug, platzte bei einer misslungenen Landung ein Reifen. Dieser Vorfall führte zu einer Umgestaltung der Maschine.

Allerdings ist am vergangenen Wochenende eine Concorde der Britisch Airways wegen Risse in einer Tragfläche aus dem Verkehr gezogen worden. Ende Januar dieses Jahres musste eine Concorde zwei Mal innerhalb von 24 Stunden auf dem Londoner Flughafen Heathrow notlanden. Beim ersten Fall gab es Triebwerksprobleme, einen Tag später zeigte eine Warnleuchte ein Feuer an.

Die Concorde absolvierte 1969 ihren ersten Testflug. Der erste Liniendienst - zwischen Paris und Rio de Janeiro - wurde im Januar 1976 aufgenommen. Bis zum heutigen Dienstag waren 13 Maschinen im Einsatz, sieben für die British Airways und sechs für die Air France. Die Concorde blieb das einzige Überschall-Serienflugzeug im Liniendienst. Eine sowjetische Entwicklung, die TU-144, wurde nach nur kurzer Bauzeit eingestellt.

Jede kann bis zu 128 Fluggäste befördern. Heute fliegen die Maschinen der Fluggesellschaften Air France und British Airways Tag für Tag mit Mach 2 oder 2200 Stundenkilometern von London und Paris über den Nordatlantik nach New York. Hin- und Rückflug kosten rund 15.000 Mark. Die Jets bietet 128 Passagieren Platz. Die Reiseflughöhe liegt bei 15.600 Metern, wobei eine konstante Geschwindigkeit von knapp 2200 Kilometern in der Stunde erreicht wird.

Die Geschichte der Concorde begann schon 1956. Damals wurden die ersten Überschall-Flugstudien aufgenommen. Am 29. November 1962 unterzeichneten die Regierungen Großbritanniens und Frankreichs den Vertrag über Entwicklung und Bau des Überschall-Verkehrsflugzeuges.

Im Passagierdienst wird der Jet mit der typischen Klappnase nur von Air France und British Airways eingesetzt. Wegen des hohen Fluglärms unterliegen die stets mehr als Prestigeobjekt denn als profitables Verkehrsmittel betrachteten Maschinen in zahlreichen Ländern Lande- und Überflugbeschränkungen.

Dies - und der auch durch den hohen Treibstoffverbrauch bedingte Flugpreis, der etwa dem der ersten Klasse auf einem anderen Typ entspricht, - führte dazu, dass die Flugzeuge oft nur unzureichend ausgelastet werden können, so dass sich das Interesse anderer Fluggesellschaften an dem Modell von Anfang an in Grenzen hielt.