Commerzbank-Vorstand Bundesregierung verhindert Abfindungszahlung

Bei der Commerzbank ist die beabsichtigte Trennung von Vorstandsmitglied Jochen Klösges am Widerstand des Berliner Bundesfinanzministeriums gescheitert. Ein Aufhebungsvertrag inklusive Abfindung in Millionenhöhe war bereits verhandelt - doch dann schritt Berlin ein.
Von Ulric Papendick
Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Berlin will Abfindungen an Bankmanager vermeiden

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Berlin will Abfindungen an Bankmanager vermeiden

Foto: dapd

Hamburg - Ein bereits mit dem Aufsichtsrat verhandelter Aufhebungsvertrag, dem zufolge Klösges eine Abfindung von rund 4 Millionen Euro erhalten hätte, wurde nicht unterschrieben. Das berichtet das aktuelle manager magazin (Erscheinungstermin: 19. Oktober).

Die Commerzbank hatte schon Ende Juni beschlossen, den zuvor von Klösges geleiteten Geschäftsbereich "Asset Based Finance" (unter anderem die Schiffs- und gewerbliche Immobilienfinanzierung) nicht weiterzuführen. Daraufhin hatte man sich mit dem Topmanager auf einen Aufhebungsvertrag verständigt.

Die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung hatte dem Vorgehen bereits zugestimmt, ebenso die Arbeitsebene im Finanzministerium. Dass der Vertrag dennoch an einem - inoffiziellen - Veto aus Berlin scheiterte, führen Insider darauf zurück, dass die Bundesregierung, die an der Commerzbank nach wie vor mit 25 Prozent beteiligt ist, Abfindungszahlungen an Bankmanager unbedingt vermeiden möchte.

Klösges ist im Vorstand der Bank mittlerweile für den zum Abbau bestimmten Teil des Geldinstituts zuständig. Sein Vertrag, der noch bis Mai 2017 läuft, dürfte ihm ein Gehalt von mindestens 8 Millionen Euro sichern.

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