Kursfeuerwerk Draghi liefert - Finanztitel heben ab

Die Aussicht auf eine hohe Brandmauer zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung der Schuldenkrise hat die europäischen Finanzwerte beflügelt. Aktien der Deutschen Bank springen an die Dax-Spitze.
Dax-Gewinner: Die Aktie der Deutschen Bank vollführte dank der Schützenhilfe der EZB einen Kurssprung

Dax-Gewinner: Die Aktie der Deutschen Bank vollführte dank der Schützenhilfe der EZB einen Kurssprung

Foto: dapd

Frankfurt am Main - Der Branchenindex für Banken der Euro-Zone stieg um 5,5 Prozent auf ein Fünf-Monats-Hoch von 103,96 Punkten. Auch die Sektor-Indizes für die spanischen und die italienischen Institute notierten so hoch wie zuletzt Ende März/Anfang April.

Im EuroStoxx50 belegten Societe Generale , Unicredit  , Deutsche Bank & Co. mit Kursgewinnen zwischen 6 und 8 Prozent die ersten fünf Plätze der Gewinnerliste.

Im deutschen Leitindex Dax legten Deutsche Bank (Kurswerte anzeigen) um mehr als 7 Prozent und Aktien der Commerzbank (Kurswerte anzeigen) um mehr als 5 Prozent zu. "EZB-Chef Mario Draghi hat das geliefert, was der Markt erwartet hat", sagte ein Börsianer. "Der Begriff 'unbegrenzte Anleihekäufe' hat den Markt zufriedengestellt."

Die Europäische Zentralbank (EZB) packt im Kampf um den Euro das große Geschütz aus und bricht endgültig mit der Tradition der Bundesbank. Um das Funktionieren ihrer Geldpolitik in allen 17 Euro-Ländern zu garantieren, werde die EZB unter bestimmten Bedingungen an den Finanzmärkten unbegrenzt Staatsanleihen von Mitgliedsländern der Währungsunion kaufen, sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag nach der Sitzung des EZB-Rats in Frankfurt.

Draghi sprach von einem "effektiven Schutzschild" für die Euro-Zone gegen die Stürme an den Märkten. Die EZB werde tun, "was immer nötig ist", um den Euro zu retten. Dem Wechselkrus der Gemeinschaftswährung half dies zunächst, am Aktienmarkt legte der Dax aber zu, und am Rentenmarkt fielen die Zinsen für spanische und italienische Anleihen deutlich. Den Leitzins beließ die EZB unverändert bei 0,75 Prozent.

Erster Kandidat für die Unterstützung per Notenpresse aus Frankfurt könnte Spanien sein. Dessen Regierungschef Mariano Rajoy erklärte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Madrid, er könne noch nicht sagen, ob sein Land Hilfe in Anspruch nehmen werde. Er habe die Beschlüsse des EZB-Rats noch nicht abschließend prüfen können. Merkel betonte, die EZB handele "im Rahmen ihres Mandats".

la/dpa/reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.