Freitag, 18. Oktober 2019

Vor EZB-Sitzung Goldpreis knackt 1700-Dollar-Marke

Goldbarren: Vor allem in Krisenzeiten ist das Edelmetall ein begehrtes Investment

Die Europäische Zentralbank wird ihre Anleihekäufe von kriselnden Euro-Staaten wohl ausweiten. Das treibt Anleger massiv in das als krisensicher geltende Edelmetall Gold. Von seinem im September 2011 erreichten Rekordhoch ist der kostbare Rohstoff allerdings noch weit entfernt.

London - Der Goldpreis ist am Donnertag erstmals seit Mitte März wieder über die Marke von 1700 Dollar je Feinunze (etwa 31 Gramm) gestiegen. Im Vormittagshandel erreichte der Preis für das gelbe Edelmetall in der Spitze 1710 Dollar.

Experten erklären die Kauflaune beim Gold Börsen-Chart zeigen mit der Aussicht auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik führender Notenbanken. Am Nachmittag dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) Details zum geplanten Kauf von Staatsanleihen notleidender Euro-Länder veröffentlichen. Zuvor hatte bereits die US-Notenbank Hinweise auf neue Anleihekäufe zur Ankurbelung der Wirtschaft gegeben.

Nach Einschätzung des Rohstoffexperten Daniel Briesemann von der Commerzbank sind die Notenbanken in den USA und der Euro-Zone für den massiven Anstieg des Goldpreises in den vergangenen Handelstagen verantwortlich. Mit Blick auf eine weitere Lockerung der bereits sehr expansiven Geldpolitik könne "Gold seine Funktion als sicherer Hafen und wertstabile Anlage wieder ausleben", so der Commerzbank-Experte.

In den vergangenen zwei Wochen legte der Goldpreis etwa 100 Dollar zu, nachdem er sich zuvor monatelang mehr oder weniger stabil an der Marke von 1600 Dollar gehalten hatten. Zuletzt erreichte der Goldpreis im September 2011 ein Rekordhoch bei 1920 Dollar.

mg/dpa-afx

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