Jack Welch Bekommt mehr Vorkasse als der Papst

Der Star-Manager kann für sein nächstes Buch schon vorab eine Rekordsumme einstreichen. Der Verlag erhofft sich Aufschluss darüber, wie Welch mit General Electric eines der teuersten Unternehmen der Welt erschuf.

New York - Time Warner habe den Wettbewerb gegen drei andere US-Verlage gewonnen, berichtete die "New York Times". Umgerechnet 14,6 Millionen Mark seien aber mehr, als zum Beispiel dem Papst für Bücher im Voraus gezahlt wurden.

Die Verlage rechneten mit einem großen Erfolg des Buches, wegen des zunehmenden Interesses der Amerikaner an Unternehmen und der Börse. Welch habe hier die Rolle eines verehrten Idols.

Er hatte General Electric von einem Unternehmen mit einem Börsenwert von zwölf Milliarden Dollar zu einem riesigen Mischkonzern mit einem Börsenwert von insgesamt 500 Milliarden Dollar entwickelt.

Time Warner müsste allerdings etwa 1,6 Millionen gebundene Exemplare verkaufen, um die Vorauszahlung wieder hereinzuholen. Und das nur in den USA und in Kanada, da sich die Rechte nur auf Nordamerika beziehen.

Es gebe pro Jahr nur ein bis zwei Titel, die die Millionen-Marke überspringen. Außerdem habe der Markt schon ein halbes dutzend ähnliche Bücher gesehen, hieß es.

Dennoch jubelt Maureen Egen, Präsidentin des Time Warner Verlages: "Dieses ist ein Buch, das viele von uns seit Jahren veröffentlichen wollten - ein Buch von einem Menschen, der nur einmal pro Jahrhundert vorkommt."

Welch wird das Buch mit Unterstützung von John A. Byrne schreiben, einem bei dem Wirtschaftsmagazin "Business Week" arbeitenden Journalisten und Autor. Das Werk soll im kommenden Jahr veröffentlicht werden, wenn Welch, der jetzt 65 Jahre alt ist, in den Ruhestand geht.