Deutsche Telekom Harte Konkurrenz aus Japan bei US-Plänen

Für Konzern-Chef Ron Sommer wird es immer schwerer, in den USA Fuß zu fassen. Neben dem Widerstand von Politikern treiben nun auch Konkurrenten aus Japan die Preise für Übernahme-Kandidaten hoch.

Bonn/Washington - Das vollmundig Versprechen von Sommer, die Telekom könne jedes Unternehmen in den USA übernehmen, werden jenseits des Atlantik nicht für voll genommen. Der Chef von MCI WorldCom, Bernie Ebbers, hat schon die ersten Annäherungsversuche aus Deutschland offen zurückgewiesen.

Auf einer Konferenz in London soll Ebbers Firmen-Kreisen zufolge gesagt haben, dass die einzigen Unternehmen, die sich WorldCom leisten könnten, asiatische seien. Wenn sie ein gutes Angebot machten, wäre er bereit, zuzuhören.

Die japanische Nippon Telegraph & Telephone (NTT) und British Telecom (BT) führen derzeit separate Übernahme-Verhandlungen mit WorldCom. BT habe ein erstes Angebot in Höhe von 84 Dollar je Aktie gemacht. Allerdings sei das Gebot als zu niedrig abgelehnt worden. NTT überdenke zur Zeit sein Angebot.

Auch im Wettbewerb um die Kontrolle über VoiceStream Wireless wird sich die Telekom schwer tun. Hier erwägt die NTT-Mobilfunktochter NTT DoCoMo einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge ein erneutes Gebot für das US-Telekomunternehmen. Dazu soll eine Kooperation mit VoiceStream-Aktionär Hutchison Whampoa geplant sein.

Angestrebt wird dem Bericht zufolge eine Beteiligung von 49 Prozent an VoiceStream. Vermutet wird zudem, dass DoCoMo das Gebot der Telekom von 180 Dollar je Aktie überbieten wird. Die Rede sei sogar von einer vollständigen Übernahme zu 200 Dollar je Aktie, was zu einem Kaufpreis von 52 Milliarden Dollar führen würde.

Als Hindernis für die vollständige Übernahme könnte sich allerdings die Tatsache erweisen, dass der japanische Staat eine maßgebliche Beteiligung an DoCoMo hält. US-Politiker hatten bereits an der staatlichen Beteiligung an der Deutschen Telekom Anstoß genommen.