DG Bank/BDI "Nach der Reform ist vor der Reform"

"Endlich ist der Reformstau gebrochen", freut sich Hans Jäckel von der DG Bank. BDI-Chef Henkel fordert dagegen Nachbesserungen am Reformwerk. Die Unternehmens-Steuern sollten von maximal 39 auf 35 Prozent sinken.

Frankfurt am Main - Die Reform sei gut für die Konjunktur und werde dem Arbeitsmarkt Erleichterung bringen, sagte der stellvertretende Chefvolkswirt der DG Bank, Hans Jäckel. Auch kleine und mittlere Firmen könnten mit den Steueränderungen vom Jahr 2001 an "gut leben".

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ist dagegen noch skeptisch. Zwar hat er die Zustimmung des Bundesrates zum Steuerreformkonzept der rot-grünen Koaltion begrüßt, zugleich aber weitere Nachbesserungen gefordert. BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel sprach von einem großen Schritt nach vorn. "Nach der Reform ist aber vor der Reform". Es sei viel erreicht worden. Es bleibe aber auch noch viel zu tun, sagte Henkel.

Der BDI habe eine maximale Unternehmensbesteuerung mit 35 Prozent gefordert. Die Bundesregierung sei diesem von ihr übernommenen Ziel bei Kapitalgesellschaften mit nun rund 39 Prozent zwar näher gekommen. Eine entsprechende Entlastung für Personenunternehmen sei aber noch nicht erreicht. Der BDI werde jetzt mit allem Nachdruck für eine Reform der Reform eintreten. Finanzminister Hans Eichel habe noch finanziellen Spielraum für weiter notwendige Entlastungen.