Boeing High-Speed über den Wolken

Der US-Flugzeughersteller Boeing will seine Jets mit satellitenbasierten Breitband-Internetzugängen ausrüsten. Fluggäste sollen damit ab 2001 mit fünf Megabit pro Sekunde im Web surfen können.

New York - Jochen A. Siegle MM Online News 14-07-2000 Schon seit geraumer Zeit ist es bei verschiedenen US-Airlines möglich, während des Fluges Telefongespräche zu führen oder E-Mail-Korrespondenz zu erledigen. Da die Netzverbindungen bislang allerdings alle auf Übertragungsgeschwindigkeiten von maximal 64 Kilobit pro Sekunde limitiert sind, plant der weltgrößte Flugzeugbauer Boeing, seine Jets künftig mit High-Speed-Anschlüssen ans Internet anzubinden.

Schon Ende nächsten Jahres sollen fliegende Internet-Nutzer in Boeing-Maschinen mit Geschwindigkeiten von bis zu fünf Megabit pro Sekunde im Web surfen können – also fast 80-facher ISDN-Geschwindigkeit. E-Mails sollen immerhin mit 1,5 Megabit pro Sekunde zu versenden und empfangen sein. Die Breitband-Anschlüsse sollen zunächst auf inneramerikanischen Verbindungen verfügbar sein, sukzessive aber weltweit ausgebaut werden.

Technisch werden die Daten dabei über ein spezielles Antennensystem an Hochfrequenzsatelliten weitergeleitet und von dort aus in den Cyberspace geschickt. Diese Satelliten werden bislang vorrangig von TV-Stationen zur Datenübertragung genutzt. Einen Prototyp des "Connexion" genannten Antennensystems testet Boeing bereits.

Der Service soll nach Aussagen von Kenneth Medlin, Vizepräsident der Boeing Commercial Information Systems, voraussichtlich zwischen 20 und 25 US-Dollar pro Stunde kosten. Details müsse Boeing noch mit seinen Partnerunternehmen Loral Space and Communications, Mitsubishi sowie Finmeccanica und den Fluggesellschaften aushandeln. Verschiedene werbefinanzierte Web-Angebote sollen auch kostenlos angeboten werden.

Branchenprimus Boeing ist allerdings nicht das erste Unternehmen, das an Breitband-Netzzugängen für Flugzeuge arbeitet: Die englische Firma Inmarsat entwickelt ebenfalls ein satellitenbasiertes Internetsystem für Jets. Der High-Speed-Dienst soll ab 2004 marktreif sein.

Jochen A. Siegle, Miami