Continental "Erfahren im Abwehren von Übernahmen"

Steht der Reifen-Hersteller vor der feindlichen Übernahme durch den ThyssenKrupp-Konzern? Entsprechende Berichte haben den Betriebsrat alarmiert. ThyssenKrupp will davon nichts wissen.

Hannover/Düsseldorf - "Wir werden alles tun, um eine solche Übernahme zu verhindern", sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates von Continental, Richard Köhler. Spekulationen über eine drohende feindliche Übernahme durch ThyssenKrupp lösten große Besorgnis bei der Arbeitnehmer-Vertretung des Reifen-Herstellers und Auto-Zulieferers aus.

"Konkrete Hinweise über die Spekulationen in den Medien haben wir nicht. Natürlich können wir uns vorstellen, dass Thyssen Interesse an der Automotive-Tochter Teves hat", sagte Köhler weiter. Für die traditionelle Reifenproduktion von Conti aber hätte Thyssen keine Verwendung.

ThyssenKrupp: "Da ist nichts dran"

ThyssenKrupp dementierte die Berichte unterdessen entschieden. Ein Sprecher des Unternehmens sagte am Freitag, "da ist nichts dran. Wir führen keine Gespräche mit Conti".

Auch in der hannoverschen Konzern-Zentrale von Continental sah man die neuerlichen Spekulationen, die durch einen Bericht des Norddeutschen Rundfunks in den "Tagesthemen" ausgelöst wurden, gelassen. "Es gibt keine neuen Erkenntnisse. Der niedrige Börsenkurs von Conti mag solche Spekulationen nähren.

Conti: "Bleiben eigenständig"

Wenn man sich die beiden Konzern genauer ansehen würde, wäre schnell klar, dass sie nicht zueinander passen", sagte Konzern-Conti-Sprecher Peter Schwerdtmann. Continental sei ein hochinnovatives Unternehmen und setzte "unverändert auf die Strategie der Eigenständigkeit."

In der niedersächsischen SPD-Landesregierung lösten die Übernahme-Spekulationen dagegen Irritationen aus. Bereits Anfang der 90-er Jahre hatte der italienische Reifen-Macher Pirelli - am Ende vergeblich - versucht, die Mehrheit bei Continental zu übernehmen. "Was das Abwehren von Übernahmen angeht, haben wir gute Erfahrungen"; betonte Betriebsrats-Chef Köhler kämpferisch.