Samstag, 21. September 2019

Kreditwürdigkeit Fitch bestätigt Deutschlands Bestnote

Kuppel des Reichstagsgebäudes in Berlin: Deutschland behält Status als Topschuldner - vorerst

Es ist beim Alleingang von Moody's geblieben: Nach Standard & Poor's hat auch die Ratingagentur Fitch der Bundesrepublik bestätigt, weiterhin zu den Topschuldnern der Welt zu gehören. Sollte die Euro-Zone aber in eine tiefe Rezession rutschen, werde das auch Deutschland treffen.

London - Wegen seiner hohen Wirtschaftskraft hat die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Deutschlands mit der Bestnote bestätigt. Die Bonität Deutschlands werde weiterhin mit "AAA" bewertet, teilte Fitch mit. Es drohe auch keine Herabstufung. Der Ausblick bleibe 'stabil'. Fitch sieht durch die Krise in der Euro-Zone aber auch Gefahren für Deutschland.

Fitch folgt damit der Ratingagentur Standard & Poor's, die in der vergangenen Woche die gleiche Bewertung abgegeben hatte. Die dritte Ratingagentur Moody's hatte hingegen zuvor den Ausblick für die Bestnote auf "negativ" gesenkt.

Die Fitch-Analysten verweisen auf die robuste wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands in den vergangenen zwei Jahren. Trotz der fragilen Weltwirtschaft und der Verschärfung der Eurokrise sei das Wachstum stark geblieben. Deutschland sei zudem die einzige große Volkswirtschaft der Welt, in der die Arbeitslosigkeit im ersten Halbjahr 2012 niedriger als 2007 gelegen habe. Dies sei auch eine Folge der strukturellen Reformen in Deutschland.

Die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) stütze die deutsche Konjunktur. Die Renditen am deutschen Anleihemarkt seien sehr niedrig, da viele Anleger deutsche Staatstitel als sichere Alternative suchten. Zudem habe sich auch der deutsche Finanzsektor stabilisiert. Seit Mitte 2008 hätten die deutschen Banken ihr Engagement in den Ländern der Euro-Zone um 30 Prozent gesenkt. Allerdings sieht Fitch die Gefahr, dass die weiter gehaltenen Wertpapiere aus den Randländern der Euro-Zone (Griechenland, Italien, Spanien und Portugal) bei einer weiteren Verschärfung der Rezession rasch an Wert verlieren.

Zudem warnt Fitch, dass eine tiefe Rezession bei den großen Handelspartnern in der Euro-Zone auch Deutschlands Wirtschaft auf Schrumpfkurs zwingen könnte. Dies hätte auch negative Folgen für die Finanzkraft Deutschland. Zudem könnte der deutsche Schuldenstand angesichts möglicher zusätzlicher Beiträge für die Rettungsfonds bis auf 90 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) steigen. Ein Schuldenstand von mehr als 90 Prozent des jährlichen BIPs gilt laut Fitch aber als nicht mehr vereinbar mit einer Topbonität.

kst/dpa

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