Vodafone Mannesmann Gent kann absahnen

Konzern-Lenker Chris Gent ist bald um 30 Millionen Mark reicher. Er darf eine Prämie in dieser Höhe kassieren - für die Mannesmann-Übernahme. Die aufgebrachten Aktionäre werden mit einem Versprechen abgespeist.

London - Vodafone-Chef Chris Gent hat sich im Streit mit den Aktionären durchgesetzt. Der britisch-amerikanische Mobilfunk-Riese will ihm die Erfolgsprämie in Höhe von zehn Millionen Pfund (gut 30 Millionen Mark) zahlen. Dies berichtet die Wirtschaftszeitung "Financial Times".

Die Aktionäre werden dem Bericht zufolge mit einem Versprechen abgespeist. Vodafone will offenbar feststellen, dass es sich bei der Prämie für Gent um einen einmaligen Vorgang handelt, der sich nicht wiederholen werde.

"Wir bereiten eine Erklärung vor, die in naher Zukunft veröffentlicht wird", erklärte Lord MacLaurin, Vorsitzender des Aufsichtsrates, nach Angaben der Zeitung. Vodafone reagiere damit noch vor der Aktionärs-Versammlung vom 27. Juli, nachdem sich Unmut unter den Eigentümern über die Höhe der Belohnung für Chris Gent breit gemacht habe.

Vor allem der Verband britischer Versicherer (ABI), dessen Mitglieder ein Viertel des britischen Aktienmarktes kontrollierten, habe Anstoß genommen. "Vodafone muss es ganz deutlich machen, dass Prämien für gelungene Deals unangebracht sind", sagte ABI-Investment-Chef Michael McKersie unter Hinweis auf die Übernahme des deutschen Mannesmann-Konzerns durch Vodafone.

Vodafone versucht sich hingegen, sich gegenüber führenden Investoren mit Wortklaubereien aus der Affäre zu ziehen. Demnach handelt es sich bei der Prämie nicht um eine Anerkennung für die Mannesmann-Übernahme. Es gehe vielmehr darum, die Tatsache zu korrigieren, dass Gent im internationalen Vergleich "unterbezahlt" sei.

Am Dienstag war es auch bei der Hauptversammlung von British Airways zu massiver Kritik an einer Abfindungszahlung in Höhe von zwei Millionen Pfund an den abgelösten Vorstands-Chef Bob Ayling gekommen.

Auch der goldene Handschlag in Höhe von rund 60 Millionen Mark, mit dem Vorstands-Chef Klaus Esser der Abgang bei Mannesmann versüßt wurde, rief bei vielen Anteilseignern Empörung hervor. manager magazin online berichtet darüber exklusiv. mehr ...

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