MG Technologies Neukirchen baut Vorstand aus

Aus dem Umbau der defizitären Lurgi zieht die Mutterfirma MG personelle Konsequenzen. Konzern-Chef Kajo Neukirchen lässt den MG-Vorstand von drei auf sechs Mitglieder erweitern.

Frankfurt am Main - Die direkte Anbindung des Anlagenbau-Geschäfts soll durch ein eigenes Vorstandsressort in der Dachgesellschaft gesichert werden. Dafür hat der MG-Aufsichtsrat am Mittwoch Fritz Lehnen benannt. Lehnen war bisher Vorstandsvorsitzender der MG-Tochter Dynamit Nobel.

Statt bisher drei werden künftig sechs Männer im Vorstand der ehemaligen Metallgesellschaft sitzen. Mit der Einbindung der Geschäftsfelder Anlagenbau und Chemie in den Konzern-Vorstand will MG Technologies künftig wichtige Entscheidungen schneller treffen. Der Aufsichtsrat ist damit den Veränderungsplänen von MG-Vorstands-Chefs Kajo Neukirchen gefolgt.

Den neuen Vorstandsbereich Geschäftsentwicklung und Strategie übernimmt nach Angaben des Unternehmens ab sofort Michael Ramroth, bisher Generalbevollmächtigter der Ressorts Finanzen und Unternehmensentwicklung. Finanzchef wird MG-Vorstandsmitglied Karlheinz Hornung, bisher für Rechnungswesen und Controlling verantwortlich.

Für das neue Ressort Chemie sei noch keine Besetzung gefunden. Recht und Personal liegen von Juli kommenden Jahres an in den Händen von Lurgi-Vorstandsmitglied und -Arbeitsdirektor Rolf G. Niemann.

Der Stellenabbau bei Lurgi von rund 6200 auf zunächst 5000 ist nach Angaben der MG-Tochter zum Großteil schon eingeleitet. Später sollen weitere Sparten verkauft oder geschlossen werden. So soll Lurgi im Geschäftsjahr 2000/2001 (Ende September) wieder Gewinne erwirtschaften.

Am Dienstag hatte Lurgi bekannt gegeben, von Anfang August an den Vorstands- sowie den Finanzchef auszuwechseln. Im ersten Geschäftshalbjahr (bis Ende März) 1999/2000 soll bei dem Anlagenbauer ein Verlust in Höhe von 108 Millionen Mark aufgetaucht sein. Ursprünglich war ein Gewinn von 15 Millionen Euro geplant gewesen.

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