Freitag, 18. Oktober 2019

Börse Kursfeuerwerk in Dow und Dax

Bullen im Vorteil: Der Dax legt am Freitag zeitweise mehr als 3 Prozent zu

Kaufrausch an der Börse: Erst schieben Siemens und Allianz den Dax an, dann folgt ein neuer Schub durch Jobdaten aus den USA. Der Dax baut seine Gewinne auf 4 Prozent aus. Auch an der Wall Street klettern die Kurse.

New York / Frankfurt am Main - Kaufrausch nach dem Kursrutsch: Der Dax Börsen-Chart zeigen baute am Freitag Nachmittag seine Gewinne immer weiter aus und schloss auf Xetra 3,9 Prozent fester bei 6865 Zählern. Zeitweise hatte der Index mehr als 4 Prozent zugelegt. Auch MDax Börsen-Chart zeigen und TecDax Börsen-Chart zeigen legten deutlich zu.

Am Vortag war der Index noch um 2,2 Prozent abgerutscht. Die EZB hatte am Donnerstag angekündigt, sich im Kampf gegen die Euro-Krise zunächst mit Ankäufen von Anleihen klammer Euro-Schuldenstaaten zurückzuhalten und damit die Erwartungen vieler Investoren enttäuscht.

Doch nur einen Tag später fassen Investoren neuen Mut. An der Wall Street legten Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen im frühen Handel nach positiven US-Jobdaten jeweils 1,8 Prozent zu. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen übersprang damit wieder die Marke von 13.000 Zählern und baute sein Kursplus zeitweise auf mehr als 200 Punkte aus.

Stellenzuwachs in den USA viel stärker als erwartet

Grund für den Kaufrausch: In den USA sind im Juli deutlich mehr Jobs geschaffen worden als erwartet. Im Monatsvergleich stieg die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft um 163.000 Stellen, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Das ist der stärkste Zuwachs seit fünf Monaten.

Volkswirte hatten lediglich mit einem Zuwachs um 100.000 Stellen gerechnet. Der für seine Wiederwahl kämpfende US-Präsident Barack Obama musste am Freitag dennoch einen erneuten Anstieg der Arbeitslosenquote hinnehmen. Der Wert sei im Juli auf 8,3 Prozent gestiegen und habe damit 0,1 Prozentpunkte höher gelegen als im Vormonat, teilte das Arbeitsministerium in Washington mit. Das ist der höchste Stand seit Februar. Experten werten dies als Beweis für die anhaltend schwache Konjunktur in der weltgrößten Volkswirtschaft.

Boeing gefragt, Procter verkauft Pringles

Aktien des Flugzeugbauers Boeing Börsen-Chart zeigen lagen 1,6 Prozent im Plus, nachdem der Konzern zwei Milliardenaufträge aus Singapur und China an Land gezogen hatte. Gefragt waren auch die Papiere von Procter & Gamble Börsen-Chart zeigen. Denn der Verkauf der Snack-Sparte Pringles verschaffte dem Konsumgüterhersteller im vierten Geschäftsquartal einen kräftigen Gewinnanstieg. Die P&G-Aktien starteten mit plus 2,5 Prozent in den Handel.

Siemens haussiert - Aktienrückkauf beschlossen

Zu den größten Gewinnern im Dax Börsen-Chart zeigen zählten die Aktien von Siemens Börsen-Chart zeigen. Sie legten um rund 5 Prozent zu. Der Siemens-Vorstand hat einen milliardenschweren Aktienrückkauf beschlossen.

Rund 33 Millionen der so erlangten eigenen Anteilscheine sollen eingezogen werden, womit das Grundkapital der Gesellschaft von rund 941 Millionen auf 881 Millionen Papiere herabgesetzt würde.

Allianz nach Quartalszahlen gefragt

Positiv aufgenommene Quartalszahlen der Allianz Börsen-Chart zeigen brachten den Aktien des Versicherers ein Kursplus von mehr als 3 Prozent. Damit zählten die Papiere zu den besten Werten in dem Leitindex. Der Finanzkonzern verdiente ein Jahr nach den großen Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen wieder deutlich mehr und sieht sich auf Kurs für das Gesamtjahr.

Aktie der Deutschen Bank haussiert

Auch die Aktie der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen setzte zu einer Erholung an. Zeitweise notierte das Papier um mehr als 6 Prozent im Plus. Die Aktie hatte in den vergangenen Wochen jedoch auch kräftig nachgegeben. Die beiden Co-Chefs Jain und Fitschen hatten der Bank ein striktes Sparprogramm verordnet.

SAP zahlt Millionen an Oracle

Die Einigung im Datenklau-Streit zwischen SAP Börsen-Chart zeigen und Oracle Börsen-Chart zeigen wurde von der DZ Bank zwar positiv bewertet, half den Aktien der Walldorfer Software-Firma zunächst aber nicht. Der Kurs sank um 0,51 Prozent.

Die Tatsache, dass SAP hier nicht länger Ressourcen bindet ist erfreulich, schrieb Analyst Oliver Finger in einer ersten Einschätzung. Finger bewertet SAP weiter mit "Buy" und einem fairen Wert von 58 Euro.

Euro steigt wieder deutlich über 1,23 US-Dollar

Der Euro ist am Freitag deutlich über die Marke von 1,23 US-Dollar gesprungen. Zum Wochenschluss erholte sich der Kurs der Gemeinschaftswährung stark und erreichte ein Tageshoch von 1,2331 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2245 (Donnerstag: 1,2346) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8167 (0,8100) Euro.

Am Donnerstag hatten Anleger enttäuscht auf Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi zum künftigen Kurs in der Eurokrise reagiert. Eine wichtige Botschaft der Europäischen Zentralbank (EZB) ist, dass die Notenbank den Kauf von Staatsanleihen angeschlagener Eurostaaten erst durchführen will, wenn der Rettungsfonds EFSF ebenfalls Anleihen gefährdeter Länder kauft.

la/reuters

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