Kohl-Spenden Merkle widerspricht Spenden-Gerüchten

Der frühere Bosch-Chef Hans Merkle hat Berichte dementiert, er sei einer der von Kohl bislang nicht genannten Parteispendern. Auch an der "Wiedergutmachungs-Aktion" des Ex-Kanzlers habe er sich nicht beteiligt.

Stuttgart - Die Spekulationen um Merkle entbehrten jeder Grundlage, sagte Bosch-Sprecher Frank-Ulrich Breitsprecher. Weder Merkle noch das Unternehmen Robert Bosch GmbH hätten an Helmut Kohl Spenden im Zusammenhang mit der Ehrenwort-Affäre geleistet. Einen Bericht der "Bild"-Zeitung wies der Sprecher mit einem "klaren Dementi" zurück.

Die Zeitung hatte neben Merkle auch die Namen von Ex-Nestle-Chef Helmut Maucher, Ex-Siemens-Vorstand Wolfgang Seelig und dem verstorbenen Münchner Bauunternehmers Josef Schörghuber genannt und sich dabei auf Gerüchte aus CDU-Kreisen berufen.

Das Großunternehmen Bosch habe in der Vergangenheit zwar verschiedenen Parteien Geld gespendet, hieß es. Allerdings sei dies auf dem Überweisungsweg mit ordnungsgemäßer Verbuchung geschehen und könne in den Parteibüchern nachvollzogen werden, sagte der Sprecher.

Der 87-jährige Hans L. Merkle war von 1963 bis 1984 Vorsitzender der Geschäftsführung des Stuttgarter Autozulieferers Robert Bosch und nahm noch bis 1993 Schlüsselpositionen in dem Unternehmen ein. Der Bosch-Ehrenvorsitzende beriet lange die CDU und pflegte auch enge Beziehungen zu Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD).

1979 trat Merkle aus der CDU aus. Er wurde 1990 im Zusammenhang mit der baden- württembergischen Parteispendenaffäre der 1980er Jahre zur Zahlung einer "Geldauflage" für gemeinnützige Zwecke in Höhe von 600 000 Mark verurteilt.

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