Yahoo Zahlen besser als erwartet

Gespannt haben Anleger und Analysten auf die Zahlen der Vorzeigefirma der "New Economy" gewartet. Und siehe da, Yahoo schnitt besser ab als erwartet. Entwarnung für die notleidende Dotcom-Wirtschaft gibt es trotzdem nicht.

Santa Clara - Das Internet-Unternehmen gab jetzt unerwartet steile Umsatz-und Ertragsteigerungen im zweiten Quartal bekannt. Auch die Besucherzahlen auf den Webseiten seien kräftig angestiegen, teilte das Unternehmen mit.

Das Nettoergebnis des führenden Internet-Portals erreichte 74 Millionen Dollar oder zwölf Cent je Aktie im Vergleich zu 27,1 Millionen Dollar oder fünf Cent je Anteil in der vergleichbaren Vorjahresperiode. Das Ergebnis lag deutlich über den Erwartungen von Analysten, die einen Gewinn von zehn Cent je Aktie vorausgesagt hatten.

Yahoos Umsatz ist auf 270,1 Millionen Dollar gestiegen, von 128,6 Millionen Dollar im Jahr zuvor, und die Webseiten seien im Juni im Tagesdurchschnitt 680 Millionen-mal angeklickt worden nach 625 Millionen-mal im Mai, sagte die Firma. Die Zahl der versendeten Messages stieg um 22 Prozent auf 4,4 (3,6) Milliarden.

Analysten haben sich nach Veröffentlichung der Zahlen und anschließendem Gespräch mit der Unternehmensführung positiv zu den Geschäften von Yahoo geäußert. Die Händler gehen jedoch nicht davon aus, dass die Zahlen schon ausreichen, um die Unsicherheit für Internet-Werte am Neuen Markt abzubauen. "Vielleicht sehen wir eine leichte Entspannung, insgesamt dürften die Anleger aber noch immer verunsichert sein", vermutete ein Teilnehmer.

Anzahl der Werbekunden nahm wider Erwarten zu

Die Anzahl der Werbekunden erhöhte sich im zweiten Quartal gegenüber dem vorigen Quartal auf 3675 (3565). Nur zehn Prozent dieser Kunden seien "finanziell fragwürdige" Unternehmen, sagte Chairman und CEO Tim Koogle in einem Analystengespräch - im Vorfeld der Konferenz war erwartet worden, dass dem Unternehmen mit zunehmender Schwäche der Dotcoms die Werbeumsätze wegbröckeln könnten.

Der Markt sei gegenwärtig auf Konsolidierungskurs, sagte Koogle, und das könne zu einer "Konzentration der Dollars" bei Marktführern wie Yahoo führen. Spekulationen über diesen Punkt hatten zuvor an der Wall Street für einige Nervosität gesorgt.

Der Markt hat die Zahlen des Portalbetreibers freundlich aufgenommen. Die Aktien legten nachbörslich um zwölf Prozent zu, nachdem sie während der regulären Handelszeit 4,1 Prozent verloren hatten. In Frankfurt ist der Kurs bis zum Mittwoch-Vormittag (10:30 Uhr) um 17,8 Prozent auf 125,4 Euro gestiegen.

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