Commerzbank / Dresdner Coba erhöht Einsatz - Platzen Fusions-Träume?

Im Fusions-Poker der beiden Geld-Konzerne hat die Coba den Einsatz deutlich erhöht. Das kleinere Institut besteht auf einem Zusammenschluss unter Gleichen. Droht dem Finanzplatz Deutschland nun die nächste Merger-Pleite?

Frankfurt am Main - Die mögliche Fusion mit der Dresdner Bank ist an einem kritischen Punkt angelangt. Die Commerzbank (Coba) strebt einen Zusammenschluss "unter Gleichen" an. Die Rolle als Junior-Partner komme nicht in Frage, hieß es am Dienstag in Frankfurt in Commerzbank-Kreisen.

Dies wurde von der Commerzbank unterdessen offiziell bestätigt: "Beide Banken sind der Ansicht, dass der Königsweg ein pooling of interest ist, und das lässt wenig Schwankungsbreite im Verhältnis 50 zu 50", erklärte ein Sprecher des Finanz-Instituts.

An der Auseinandersetzung kann sich bereits bald entscheiden, ob ein Zusammengehen beider Häuser überhaupt weiter vorangetrieben wird. Die Erfolgsquote wird in der Commerzbank allerdings eher vorsichtig mit nur 20:80 eingeschätzt.

Die kontroverse Debatte über den jeweiligen Wert der beiden Kreditinstitute war auch der Grund für die Veröffentlichung der guten Ertragszahlen der Commerzbank für die ersten fünf Monate 2000, die am Montag nach der Aufsichtsratssitzung der gelben Bank bekannt gegeben wurden.

Nach dem Substanzwert gilt die Dresdner Bank als wertvoller, zumal sie auf stille Reserven in der Größenordnung von zwölf Milliarden Mark oder sechs Milliarden Euro verweisen kann.

Nach dem Ertragswert sieht sich das Management der Commerzbank dagegen in einer deutlich besseren Position. Mit nur 35.000 Beschäftigten kam sie im ersten Quartal auf einen Konzerngewinn vor Steuern von 598 Millionen Euro.

Die Dresdner Bank kann dagegen nur 247 Millionen Euro vorweisen, dies allerdings mit 50.000 Mitarbeitern. In dieser Relation drückt sich auch der zur Debatte stehende Personalabbau zu Lasten der Dresdner aus.

Angesichts der deutlich besseren Ertragsstärke hält die Commerzbank eine Bewertung der Aktien in der Größenordnung von 1:1 für berechtigt. Darüber hinaus gilt in der Branche das Management der kleineren Bank als erfolgreicher.

Mit diesen beiden Pfunden spielt Commerzbank-Chef Martin Kohlhaussen offensichtlich auf Zeit. Bei der Dresdner Bank mit dem Großaktionär Allianz (rund 22 Prozent) will man nach der geplatzten Fusion mit der Deutschen Bank dagegen rasch eine Klärung.

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