Libro Wehrt sich gegen Lieferstopp

Die österreichische Handelskette hat einem Bericht des Anlegermagazins "Telebörse" zufolge zwei einstweilige Verfügungen gegen den Lieferboykott deutscher Verlage erwirkt.

Frankfurt/Main/Köln - Betroffen seien die Großhändler Libri (Hamburg/Frankfurt) und K+V in Köln, schreibt das Blatt. Die Verfügungen seien von den Landgerichten Frankfurt und Köln ergangen. Sie verpflichteten Libri und K+V, die Lieferung von Büchern an Libro wieder aufzunehmen. Anderenfalls drohe ein Ordnungsgeld zwischen 500.000 und einer Million Mark. Einzelne Verlage seien noch nicht betroffen, es lägen aber 16 Anträge von Libro gegen Verlage bei verschiedenen Landgerichten vor.

Libro hatte mit dem Fall der grenzüberschreitenden Buchpreisbindung am 1. Juli rund 80 Buchtitel in ihrem Internet- Buchhandel Lion.cc mit 20 Prozent Rabatt angeboten. Darunter waren Bestseller wie "Die Päpstin" aus dem Berliner Aufbau-Verlag, der neue Brunetti-Roman von Donna Leon "In Sachen Signora Brunetti" (Diogenes) und "Das Testament" von John Grisham (Heyne).

Einige der betroffenen Verlage verhängten daraufhin einen Lieferstopp, weil die Rabatte ihrer Meinung nach die weiterhin gültige nationale Preisbindung unterlaufen.

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