CDU-Spendenaffäre Kohl plaudert - Spender sind vier Unternehmer

Helmut Kohl hat erstmals nähere Angaben über die anonymen Spendern gemacht - vier angesehene deutsche Unternehmer. Auch den Grund für sein beharrliches Verschweigen der Namen nannte er: Er wolle niemand "an den Galgen" liefern.

Berlin - Dies habe der ehemalige CDU-Vorsitzende in einem Gespräch mit mehreren Unions-Abgeordneten erklärt, berichtete einer der Teilnehmer, der ebenfalls nicht genannt werden wollte, am Dienstag. Ein Sprecher Kohls dementierte, dass sich der Ex-Kanzler entsprechend geäußert habe.

Kohl zufolge handle es sich bei den Spendern um Unternehmer, die mit ihren Betrieben auf ein Leben in Deutschland angewiesen seien, sagte der Unionsabgeordnete. Bei Namensnennung würden sie "erhebliche Probleme" bekommen, habe Kohl gesagt.

Die "Berliner Morgenpost" berichtete unter Berufung auf Unions-Kreise, Kohl habe die Beantwortung weiterer Fragen nach der Identität der Spender mit dem Hinweis abgelehnt, er wolle nicht dazu beitragen, dass diese vier Personen "an den Galgen" geliefert würden.

SPD-Hofmann: Kohls Verhalten "unerträglich"

Der Kohl-Sprecher erklärte, der Alt-Kanzler habe keine Angaben gemacht, die über seine Aussage vor dem Untersuchungsausschuss hinaus gingen. Möglicherweise hätten ihn die Abgeordneten falsch verstanden.

Bei seinen beiden Vernehmungen vor dem Ausschuss hatte Kohl erklärt, die Spender seien deutsche Staatsbürger und das Geld stamme aus versteuertem Einkommen. Er habe sie gefragt, ob er ihre Namen veröffentlichen dürfe. Das hätten sie abgelehnt. Mehr sagte er mit Verweis auf das Ermittlungsverfahren der Bonner Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen des Verdachts der Untreue nicht.

Der SPD-Obmann im Untersuchungsausschuss zur CDU-Spendenaffäre, Frank Hofmann sagte, er finde es "unerträglich", dass Kohl durch sein Schweigen in dieser Sache dem Untersuchungsausschuss keinen Respekt zolle, aber vor eigenen Leuten Stellung beziehe.

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