Börse heute Leichtes Plus bei flauem Handel

Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag den Vorgaben der Wall Street gefolgt. Bröckelnde Kurse in New York hatten am Nachmittag dem Dax zu schaffen gemacht. Dann drehten die US-Börsen ins Plus und in ihrem Gefolge auch Frankfurt.

Frankfurt am Main - Der Dax ist mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 7070 Punkte aus dem Handel gegangen. Die Wachstumswerte gaben leicht nach: Der Nemax-50 schloss 0,38 Prozent leichter auf 4575 Zählern. Etwas zulegen konnte der M-Dax um 0,8 Prozent auf 4575.

Auch die Börsen in New York zeigten sich uneinheitlich. Der Dow Jones stieg im Mittagshandel leicht um 0,41 Prozent auf 10.680 Punkte. Die Nasdaq verlor 0,52 Prozent auf 4002 Zähler.

Sommerloch an der Börse

Die Umsätze blieben am frühen Nachmittag gering, sagte Christine Sandmann, Händlerin bei der Gontard & Metallbank in Frankfurt. Die Aktien der Banken und von DaimlerChrysler zögen derzeit die Aufmerksamkeit auf sich. Dabei stünden die anderen wichtigen Werte "im Regen", sagte die Finanzmarkt-Expertin.

"Wir sind im Sommerloch und pendeln in der Range zwischen 6880 und 7200 Punkten", so ein Händler. Je nach Laune der Nasdaq würde der Markt den Blickwinkel auf die obere oder untere Begrenzung richten.

Die Entwicklung der Aktienkurse am Neuen Markt wurde von einem Händler als langweilig und unspektakulär beschrieben. Die Performance des Marktes sei zur Zeit einfach eigenwillig, Licht und Schatten lägen auch an diesem Tag wieder dicht beieinander. Die Anleger würden zur Zeit sehr genau die einzelnen Unternehmen anschauen und ihre Investitionsentscheidungen treffen.

Fehlstart für EADS

Europas Finanzwelt richtete den Blick am Mittag auf die Handelsplätze in Paris, Madrid und Frankfurt, an denen die Aktie des Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzerns EADS zum ersten Mal notiert wurde. Sie stand zuletzt bei 17,25 Euro und damit unter dem Ausgabepreis von 19 Euro.

"Die gesamte Luftfahrtbranche leidet unter dem zyklischen Geschäft", sagte Nick Cunningham, Analyst vom US-Investmenthaus SalomonSmithBarney. Für das Jahr 2002 sei nur noch mit einem Auftragsvolumen von 650 Flugzeugen zu rechnen gegenüber mehr als 800 in diesem Jahr.

Banktitel im Plus

Die Aufsichtsratssitzung der Commerzbank schob die Bankentitel an. Die Aktien verteuerten sich um 0,75 Prozent auf 38,97 Euro, Dresdner Bank stieg um 1,44 Prozent auf 43,05 Euro und Deutsche Bank um 1,22 Prozent auf 91,10 Euro.

Nach Sitzung des Kontrollgremiums der Commerzbank wurde bekannt, dass das Frankfurter Geldhaus in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres eine Eigenkapitalrendite von 15 Prozent erwirtschaftete.

Die Verschmelzung mit der Dresdner Bank gelingt nach Einschätzung eines Analysten der West LB mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent.

"Die Fusion zwischen den beiden ist mittlerweile breitgetreten", so ein Händler mit Blick auf die geringen Kursausschläge. Nun müssten Fakten her. Zudem sei bislang noch nicht klar, wer von einem Zusammenschluss profitieren und welche Synergien sie ergeben würden.

Die Aktie der Allianz fiel um 1,23 Prozent auf 362,50 Euro. Der Versicherer wird bei einer möglichen Fusion beider Großbanken als dritter Partner gesehen.

Münchener Rück leidet unter Neugewichtung

Die Münchener-Rück-Aktie gab 3,81 Prozent auf 303 Euro. Die Händler reagierten mit ihren Verkaufsaufträgen auf Berichte, dass der Wert künftig nicht mehr im Euro-Stoxx-Index führender europäischer Werte gelistet werde.

Schering fiel um 4,72 Prozent auf 61,55 Euro. Metro gab einen Teil seiner Gewinne der verganenen Woche ab und verlor 3,76 Prozent auf 42,44 Zähler.

Euro leicht gestiegen

Der Euro wurde am Abend bei 0,9518 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs für die europäische Einheitswährung auf 0,9523 US-Dollar festgesetzt. Der Dollar war damit 2,0537 DM wert.

Der REX fiel um 0,2 Prozent auf 109,31 Zähler. Der Bund-Future notierte 0,2 Prozent leichter bei 104,75 Punkten. Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite bei 5,31 Punkten fest (Freitag: 5,33).