DaimlerChrysler "Heißer Herbst" droht

Konzern-Lenker Jürgen Schrempp steht Krach ins Haus. Der Betriebsrat der Stuttgarter Zentrale will die Mitarbeiter gegen die geplanten Stellenstreichungen mobilisieren.

Stuttgart - In einem Flugblatt erklärte der Betriebsrat am Montag, von der Suche nach Einsparpotenzialen seien 5300 der rund 10.000 Mitarbeiter in allen Konzernverwaltungen betroffen. Bis zu 2000 Stellen seien gefährdet.


Schrempp will Pole-Position
Wohin steuert der deutsch-amerikanische Konzern? Hat der Auto-Hersteller das Potenzial, um die neue Welt des E-Business zu erobern? Was wird aus dem Aktienkurs? Konzernlenker Jürgen Schrempp erläutert seine Pläne im exklusiven mm-Gespräch. mehr ... DaimlerChrysler: Sparen bei den Stabsstellen

Aktie auf Talfahrt
Gegenwärtig zeigen sich die Analysten mit Blick auf die DaimlerChrysler-Aktie unschlüssig. Die Aktie dümpelt unterdessen weiter bei unter 60 Euro:DaimlerChrysler: Bilanz mit schlechter Kursentwicklung


Die Mitarbeitervertretung habe angesichts der guten Erträge und des Aktienoptionsplans für das obere Management kein Verständnis für einschneidenden Arbeitsplatzabbau. Das Thema werde im Mittelpunkt der Betriebsversammlungen im September stehen.

Beobachter schließen nun einen heißen Herbst für DaimlerChrysler und Vorstands-Chef Jürgen Schrempp (im Interview siehe Kasten) nicht aus, da Ende des Jahres die Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung auch in den Produktionsbetrieben ausläuft.DaimlerChrysler-Personalchef Günther Fleig hatte zuvor die Zentralbereiche aufgefordert, bis September vorzuschlagen, wie die Kosten in drei Jahren um 25 Prozent gesenkt werden können. Dies könnte laut Betriebsrat inklusive der Einsparungen in der US-Zentrale in Auburn Hills einen Betrag von 4,3 Milliarden Mark ausmachen.

Der Konzern erklärte am Montag lediglich, dass keine konkreten Maßnahmen geplant oder gar Entscheidungen gefallen seien. Programme zur Effizienzsteigerung und Kostenoptimierung habe es bereits in der Produktion gegeben, da könne man an der Verwaltung nicht vorbeigehen.

Ein Programm zur Kostenreduzierung wird in der Zentrale laut Betriebsrat schon seit dem vergangenen Herbst geplant. Der Vorschlag der Unternehmensberatung Roland Berger wurde aber nicht akzeptiert, so dass nun die Bereiche selbst Sparmaßnahmen vorlegen müssen.

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