Metabox Verteidigt Grossaufträge

Es ist zu schön: Der Hildesheimer Hersteller von Settop-Boxen meldet einen Grossauftrag nach dem anderen, nennt aber die Namen der Kunden nicht. Analysten zweifeln deshalb an den Angaben, doch das Unternehmen bleibt zuversichtlich.

Hildesheim - Die Metabox AG geht davon aus, dass der Kurs der Aktie bald wieder steigt und sich Richtung 200 Euro bewegt. "Wir stehen den Gerüchten über unser Unternehmen gelassen gegenüber, weil wir die Anschuldigungen aus dem Weg räumen können", sagte ein Sprecher. Veröffentlichungen würden immer erst dann vorgenommen, wenn sie Hand und Fuß hätten.

Analysten hegen Zweifel an der Wahrhaftigkeit der von Metabox berichteten Großaufträge hegen, berichtete das "Handelsblatt". "Wo Rauch ist, ist oft auch Feuer", meinte der Händler hierzu. Sollte an den Anschuldigungen etwas dran sein, dürfte ein extremer Kurssturz die Folge sein.

Andererseits seien inzwischen alle positiven Nachrichten im aktuellen Kurs enthalten, so dass das Rückschlagpotenzial eindeutig überwiege. Bis Mittag büßen Metabox knapp zehn Prozent oder 20,50 auf 189,00 Euro ein.

Metabox: "Kunde will nicht genannt werden"

Das Unternehmen wies die Gerüchte zurück. Allerdings respektiere man den Wunsch der Kunden, aus Wettbewerbsgründen vorerst keine Namen zu nennen. Für den Ende März beschriebenen Auftrag über die Lieferung von 500.000 Set-Top-Boxen rechnet er noch im Laufe des Jahres mit der Bekanntgabe des Auftraggebers.

Das nicht genannte Unternehmen plane derzeit für die Boxen eine ausgeklügelte Werbekampagne und wolle die Mitbewerber durch entsprechende Veröffentlichungen nicht auf den Plan rufen.

Wie viele Set-Top-Boxen Metabox im laufenden Jahr absetzen wird, konnte der Sprecher nicht genau sagen. Auf jeden Fall handele es sich aber um über 100.000 Einheiten. Im abgelaufenen Jahr waren 10.000 Stück verkauft worden, wobei der Absatz nicht über das gesamte Geschäftsjahr erfolgte.

Altaktionäre können jetzt Gewinne mitnehmen

Zu Gerüchten über den möglichen Anteilsverkauf von Altaktionären sagte der Sprecher, dass das Unternehmen nicht davon ausgehe, dass hier nennenswerte Abgaben erfolgen würden. Allerdings könne er nicht sagen, wie sich jeder einzelnen Anteilseigner verhalten werde. "Die Risiken bei Metabox überwiegen derzeit die Chancen", so ein Händler.

Die einjährige Spekulationsfrist für den Wert ist abgelaufen, so dass Anleger, die den Titel seit dem Börsengang gehalten haben, nach dem starken Anstieg nun Gewinne realisieren könnten.

Es bleibe allerdings abzuwarten, so Händler, wie stark der daraus resultierende Verkaufsdruck werde, denn nach der lange Zeit unbefriedigenden Entwicklung des Kurse hätten möglicherweise viele Anleger der ersten Stunde entnervt das Handtuch geworfen.