EADS Fehlstart - Aktie fällt unter Ausgabekurs

Misslungener Börsenstart für den neuen Luft- und Raumfahrt-Riesen: Die Aktie fiel an allen drei Handelsplätzen unter den Platzierungspreis - obwohl dieser mit 19 Euro niedriger als erwartet lag.

Frankfurt am Main - Mit einem Erstkurs von 19 Euro notierte die Aktie am Montag in Frankfurt und Paris exakt beim Ausgabepreis von 19 Euro. Der Titel sackte dann aber in kurzer Zeit auf 17,50 Euro und erholte sich bis zum Mittag auf knapp 18 Euro.

In Madrid lag der erste Kurs bei 19,10 Euro. Doch auch an der spanischen Börse verlor der Titel schnell an Wert. Die Aktie notierten kurz nach Handelsbeginn in Madrid bei 18,20 Euro.

Das sind 4,2 Prozent weniger als der Ausgabepreis von 19 Euro für institutionelle Anleger. Für Privatanleger, die die Aktien zu 18 Euro hatten erwerben können, bedeutete dies einen kaum nennenswerten Zeichnungsgewinn von 1,1 Prozent.

Experten hatten ursprünglich mit einem Ausgabepreis von 22 bis 27 Euro gerechnet. Nach einem Rückgang der Aerospatiale-Aktie auf 19,50 Euro am vergangenen Freitag hatten die EADS-Spitze und die Konsortial-Banken den Ausgabepreis von 19 Euro festgelegt.

Der Konzern hatte am Sonntag mitgeteilt, dass die Nachfrage nach dem Papier sowohl von institutionellen als auch von privaten Anlegern deutlich höher gewesen sei als das Angebot.

Dies ist zumindest eine geschönte Sicht: Der große Ansturm auf die EADS-Aktien blieb vor allem von institutionellen Anlegern aus. Dafür geht den Angaben zufolge rund die Hälfte der Platzierung an Privatanlegern in Deutschland, Frankreich und Spanien Was Großanleger nicht wollen, bekommen die Privaten.

EADS ist nach den US-Konzernen Boeing und Lockheed Martin das drittgrößte Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungs-Unternehmen der Welt. Es entstand aus der deutschen Dasa, der französischen Aerospatiale Matra und der spanischen Casa, der Zusammenschluss mit dem Börsengang vollzogen wird.

EADS ist zu 80 Prozent an der neuen Airbus-Gesellschaft beteiligt. Weltweit die Nummer eins ist EADS bei zivilen Hubschraubern mit Eurocopter und bei Trägerraketen mit Ariane. Die 92.000 Mitarbeiter setzten im vergangenen Jahr 43 Milliarden Mark um und erwirtschafteten 2,4 Milliarden Mark operativen Gewinn.

Mit dem Börsenstart wird der Zusammenschluss vollzogen. Dem Unternehmen fließen 1,6 Milliarden Euro aus dem Börsengang zu, die zur Stärkung der Kapitalstruktur verwendet werden sollen.

Über 30 Prozent des EADS-Kapitals sind breit gestreut. Nach dem Börsengang entfallen 30 Prozent auf DaimlerChrysler. Ebenfalls 30 Prozent teilen sich der französische Staat, die Lagardere-Gruppe und französische Finanzinstitute. 5,5 Prozent entfallen auf die spanische Staatsholding SEPI.

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