Ixos Gewinnwarnung - Vorstände müssen gehen

Der Softwarehersteller schockt Anleger erneut mit einer Gewinnwarnung. Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das im Juni endete, wird Ixos wieder Verluste verbuchen. Finanzchef Sondhi und Vertriebsvorstand Söhngen müssen gehen.

Grasbrunn - Ixos wird für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 1999/2000 (30. Juni) und für das Gesamtjahr einen Verlust ausweisen, teilte das Unternehmen am Montag ad hoc mit.

Im vierten Quartal werden einmalige Sonderausgaben in der Größenordnung von rund fünf Millionen Euro im Zusammenhang mit einem Restrukturierungsprogramm und Investitionen in strategische Geschäftsbereiche verbucht, heißt es hierzu. Beim Umsatz werden für das vierte Quartal 28,6 Millionen Euro und für das Gesamtjahr 107,4 Millionen Euro erwartet.

Das bedeutet gegenüber der Vorjahreszeit einen Rückgang im Quartalsvergleich um fünf Prozent und einen Anstieg im Jahresvergleich um zwölf Prozent.

Umbau im Vorstand

Wie weiter mitgeteilt wird, scheidet der stellvertrende Vorstandsvorsitzende und Finanzvorstand Vijav Sondhi mit sofortiger Wirkung aus dem Unternehmen aus. Vice President Corporate Finance wird mit sofortiger Wirkung kommissarisch die Aufgabe des Chief Financial Officer übernehmen.

Das für den Vertrieb zuständige Vorstandsmitglied Willy Söhngen scheidet ebenfalls mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand aus. Jürg Wyttenbach, Vice President EMEA Region, wird ab sofort die Position des weltweiten Managers für Sales und Marketing übernehmen.

Die Ergebnisse für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 1999/2000 werden am 16. August vor dem Start des Börsenhandels am Neuen Markt bekannt gegeben.

Schon im März gewarnt - Altaktionäre stiegen vorher aus

Schon im März hatte Ixos eine Gewinnwarnung herausgegeben. Besonders pikant damals: Einige Altaktionäre machten kurz vorher Kasse - sie stiegen damals zu einem Höchstkurs aus. Nach der Gewinnwarnung brach der Kurs um rund 40 Prozent ein.