Nach Bankenkrise Irland gelingt Rückkehr an den Kapitalmarkt

Zum ersten Mal seit der Inanspruchnahme des Euro-Rettungsschirms hat Irland wieder Geld am Kapitalmarkt aufgenommen - und zwar problemlos. Dublin musste sogar einen deutlich niedrigeren Zinssatz als die Krisenländer Spanien und Italien zahlen.
Sitz der Zentralbank in Dublin: Großes Interesse an den Papieren

Sitz der Zentralbank in Dublin: Großes Interesse an den Papieren

Foto: © Luke MacGregor / Reuters/ REUTERS

Dublin/Frankfurt am Main - Irland habe kurzfristige Geldmarktpapiere über 500 Millionen Euro versteigert, teilte die nationale Schuldenagentur NTMA mit. Das Angebot war dreifach überzeichnet. Die durchschnittliche Rendite, die der Staat zahlen musste, war geringer als die der großen Krisenländer Spanien und Italien.

Irland war vor mehr als eineinhalb Jahren unter den Euro-Rettungsschirm EFSF geschlüpft und hat sich heute erstmals seit September 2010 frisches Geld von privaten Investoren besorgt. Anders als die Krisenländer Griechenland und Portugal, die sich trotz finanzieller Unterstützung seitens ihrer europäischen Partnerstaaten immer wieder kurzfristig refinanzieren, ist Irland seither nicht mehr am Finanzmarkt in Erscheinung getreten.

Das Land musste wegen einer schweren Bankenkrise nach dem Platzen der heimischen Immobilienblase gestützt werden. Bis zuletzt galt Irland als "Musterschüler" bei der Umsetzung des vereinbarten Anpassungsprogramms.

An den Finanzmärkten wurde dies honoriert: Die Renditen für irische Staatsanleihen sind in den letzten Monaten stark gesunken. Im zehnjährigen Bereich liegt der Effektivzins mittlerweile knapp unter 6 Prozent und damit unter dem Niveau in Spanien.

mg/dpa-afx
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