Schwache Geschäftszahlen Nike-Aktie stürzt ab, Adidas unter Druck

Der Sportartikelhersteller Nike hat im Frühjahr weniger verdient als zuvor. Die erfolgsverwöhnten Aktionäre des US-Konzerns schicken den Börsenkurs auf Talfahrt. Auch die deutschen Wettbewerber Adidas und Puma werden davon belastet.
Nike-Laden in Portland: Erste Enttäuschung nach 22 erfolgreichen Quartalen

Nike-Laden in Portland: Erste Enttäuschung nach 22 erfolgreichen Quartalen

Foto: AP

Beaverton (Oregon) - Gestiegene Kosten haben dem weltgrößten Sportartikelhersteller Nike im vierten Geschäftsquartal das Ergebnis verhagelt. Nachdem der US-Konzern in den vergangenen 23 Quartalen 22 mal die Erwartungen der Analysten übertroffen hatte, folgte nun eine Enttäuschung.

Der Überschuss sank in dem Ende Mai abgeschlossenen Quartal um 7,6 Prozent auf 549 Millionen US-Dollar, wie Nike  am Donnerstag in Beaverton mitteilte. Das Ergebnis je Aktie fiel um 6 Prozent auf 1,17 Dollar und blieb damit um 20 Cent hinter der durchschnittlichen Analystenprognose zurück.

Nachbörslich brach die Nike-Aktie daraufhin um mehr als 12 Prozent ein. Aktien des deutschen Wettbewerbers Adidas  waren am Freitagmorgen mit minus 1,2 Prozent der einzige Verlierer im nach den Euro-Beschlüssen stark steigenden Dax . Auch die im MDax  notierten Puma-Aktien  verloren vorbörslich 1 Prozent.

Der Adidas-Konkurrent verwies auf eine wegen höherer Rohstoffkosten gesunkene Bruttomarge, gestiegene Vertriebskosten sowie eine höhere Steuerquote und Belastungen im Zusammenhang mit einer Neuorganisation der Nike-Marke in Westeuropa. Der Umsatz hingegen stieg um 12 Prozent auf 6,5 Milliarden Dollar und profitierte vor allem vom Wachstum in seinem Heimatmarkt Nordamerika.

Im Gesamtgeschäftsjahr 2011/12 stieg das Ergebnis je Aktie um 8 Prozent auf 4,73 Dollar und der Konzernumsatz legte um 16 Prozent auf 24,1 Milliarden Dollar zu.

In der am Sonntag endenden Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine haben die von Nike ausgerüsteten Mannschaften schlecht abgeschnitten. Ins Turnier starteten acht der 16 Teams mit dem Logo der Amerikaner oder der britischen Tochtermarke Umbro, doch nur drei von ihnen überstanden die Vorrunde. Frankreich und England scheiterten im Viertelfinale, Portugal im Halbfinale. Im Finale von Kiew stehen sich Italien (Puma) und Spanien (Adidas) gegenüber. Traditionell befördert erfolgreiches sportliches Abschneiden in großen Turnieren die Umsätze der Sportartikelhersteller.

ak/dpa-afx/rtr
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