Börse Gewinne im Dax bröckeln

Das Wahlergebnis in Griechenland sorgt für Erleichterung an den Finanzmärkten. Da die Risikoprämien für Spanien jedoch weiter steigen, gibt der Dax einen Großteil seiner Gewinne wieder ab.
Börse in Frankfurt: Durchatmen nach der Wahl in Athen

Börse in Frankfurt: Durchatmen nach der Wahl in Athen

Foto: dapd

Frankfurt am Main - Die Realität der Schuldenkrise hat die Erleichterung über den Wahlausgang in Griechenland am Montag schnell wieder eingeholt. Hatte der Dax  den Wahlsieg der Euro-Befürworter im frühen Handel noch mit einem Sprung auf 6316 Punkte gefeiert, schmolzen die Gewinne bis zum Handelsschluss auf Xetra auf 0,3 Prozent. Der Index ging bei 6248 Zählern aus dem Handel.

Auch an der Wall Street blieben Investoren vorsichtig. Der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) gab im frühen Handel um 0,4 Prozent nach, und auch der Nasdaq Composite  notierte leicht im Minus.

Drama um Griechenland noch nicht beendet

Der Markt gebe ein ähnliches Bild ab wie in der vergangenen Woche, nachdem die Wirkung eines Milliardenkredits für den spanischen Bankensektor ebenfalls schnell verpufft war, sagte Händler Markus Huber von ETX Capital. "Sobald eine Sache abgehakt wird, schwenkt der Fokus sofort auf die nächsten Probleme. So erinnert der Markt daran, dass weiterhin viele Unsicherheiten bestehen und noch immer keine umfangreiche Lösung für die europäische Finanzkrise gefunden worden ist."

Die Berenberg Bank befürchtete bereits weitere Turbulenzen bei der Regierungsbildung, und auch die Helaba sieht keine Wende in der Schuldenkrise. "Beendet ist das Drama um Griechenland damit natürlich noch lange nicht", schrieb Commerzbank-Analyst Ralph Solveen.

Euro schwächer - spanische Renditen auf Rekordhoch

Auch der Euro ging nach dem anfänglichen Sprung auf den höchsten Stand seit Ende Mai wieder auf Tauchkurs - belastet von neuerlicher Schwäche an den Anleihemärkten in Spanien und Italien. In Spanien kletterte die Rendite zehnjähriger Anleihen auf ein neues Rekordhoch.

Gestützt durch eine positiv aufgenommene Studie der UBS setzte sich Infineon (Kurswerte anzeigen)mit einem Aufschlag von 3,08 Prozent an die Dax-Spitze.

ThyssenKrupp: Neue Spekulation auf Verkauf der Stahlwerke

Bei nur wenigen Unternehmensnachrichten gehörten die Papiere von ThyssenKrupp zu den Gewinnern. Der brasilianische Stahlkonzern CSN will möglicherweise das hochdefizitäre Stahlwerk in Brasilien übernehmen. Auch der Rohstoffkonzern Vale soll Interesse an der Anlage haben.

Die Anlage in Brasilien hat sich gemeinsam mit einem ebenfalls neu eröffneten Werk in den USA als Milliardengrab erwiesen. Für den Standort im US-Bundesstaat Alabama interessiert sich laut "Wirtschaftswoche" der südkoreanische Stahlkonzern Posco.

Am Rentenmarkt brach die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,22 Prozent am Freitag auf 1,14 Prozent ein. Der Rentenindex Rex stieg entsprechend deutlich um 0,26 Prozent auf 133,79 Punkte.

la/reuters/dpa-afx